Ilmenau: 1,64 Mio. Euro EFRE-Fördermittel zur Dämmung der Fernwäre

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Die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller übergab gestern an den Bürgermeister von Ilmenau Dr. Daniel Schultheiß einen EFRE-Förderbescheid über 1,64 Mio. Euro. „Der Klimawandel verschärft sich spürbar. Deshalb sind kommunale Maßnahmen besonders wichtig, die den Energieverbrauch und Ausstoß klimaschädlicher Emissionen verringern. Mit den 1,64 Mio. Euro fördern wir eine neue Fernwärmeleitung in Ilmenau, die Energieverluste minimiert und bis zu 52 Tonnen CO2 jährlich einsparen kann. Eine energetische und nachhaltige Optimierung der städtischen Energieversorgung ist eine Investition in die Zukunft“, so Keller.

Ein wichtiger Baustein der „Integrierten Kommunalen Strategie“ Ilmenaus ist der Ausbau der Fernwärmeversorgung. Die Stadt setzt dabei insbesondere auf den Einsatz erneuerbarer Energien.

Mit dem jetzigen Fördervorhaben werden die bislang oberirdisch verlegten Fernwärmeleitungen durch unterirdisch verlegte Kunststoffmantelleitungen ersetzt. Die Wärmeverluste werden dadurch deutlich reduziert und somit Energie eingespart. Durch die erzielten Energieeinsparungen werden etwa 52 Tonnen CO2-Äquivalent weniger emittiert. Keller dazu: „Dieses Projekt ist ein bedeutender kommunaler Beitrag zum Klimaschutz.“

Das Vorhaben kostet insgesamt mehr als 3,3 Mio. Euro. 1,64 Mio. Euro trägt das Land aus der EFRE-Förderung, was 80 Prozent der förderfähigen Kosten entspricht. Der Mitleistungsanteil der Stadt Ilmenau beträgt 410.000 Euro. Das 73 km lange Rohrleitungsnetz erstreckt sich vom Heizwerk auf dem Vogelherd über die Wohngebiete Pörlitzer Höhe, Am Stollen, Eichicht, über die Innenstadt, den Campus der TU Ilmenau bis hin zum Freibad im Hammergrund. Es hat einen Anschlusswert von 77 Megawatt. Rund 50 km davon wurden bereits neu verlegt.

Die Förderung erfolgt über die Richtlinie der Thüringer Städtebauförderung aus dem Programm zur Energieeffizienzsteigerung in Kommunen und städtischen Quartieren. Ilmenau hatte sich 2015 am EFRE-Wettbewerb des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft beteiligt und sich erfolgreich als EFRE-Kommune qualifiziert.

Die Stadt erhielt im September 2017 bereits einen EFRE-Förderbescheid in Höhe von 2,78 Mio. Euro für die energetischen Bau- und Anlagenteile des Neubaus der Schwimmhalle im Stadtzentrum. Im September 2018 folgte ein Zuwendungsbescheid für die Sanierung der Festhalle über rund 8 Mio. Euro und im Oktober 2018 die Förderzusage zur energetischen Modernisierung des Fernwärmenetzes über knapp 900.000 Euro.

„Investitionen in unsere Universitätsstädte sind von großer Bedeutung. Ilmenau ist ein internationales Aushängeschild Thüringens und zieht junge Menschen aus der ganzen Welt zum Studium in unseren Freistaat. In den letzten beiden Jahren haben wir Bauprojekte an der TU mit fast 18 Mio. Euro gefördert. Damit die Studierenden auch nach ihrem Abschluss in Ilmenau bleiben und die Menschen in der Stadt ein attraktives Lebensumfeld erhalten bleibt, sind Investitionen in den Städtebau genauso wichtig“, so Keller.

Hintergrund:

In der EU-Fondsförderperiode 2014-2020 stehen dem TMIL EFRE-Fördermittel in Höhe von 232,2 Mio. Euro zur Unterstützung der nachhaltigen Stadtentwicklung in Thüringer Kommunen zur Verfügung.

In den Jahren 2015 und 2016 hat das TMIL einen EFRE-Wettbewerb ausgelobt, bei dem sich alle zentralen Orte des Freistaats als EFRE-Förderkommunen bewerben konnten.

Insgesamt 40 Städte und Gemeinden haben sich dabei in zwei Runden für eine EFRE-Förderung qualifiziert. Ende 2016 wurden die ersten Zuwendungsbescheide vom Thüringer Landesverwaltungsamt als zuständige Bewilligungsbehörde ausgestellt. Seither sind EFRE-Mittel in Höhe von über 80 Mio. Euro bewilligt worden. Mit dem durch Ministerin Keller bestätigten Jahresprogramm 2019/2020 sind alle zur Verfügung stehenden EFRE-Mittel in der nachhaltigen Stadtentwicklung für konkrete Förderprojekte in den Kommunen verplant.

Thüringen

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