Schleiz: Erst 47 Befunde von bisher 177 eingereichten Proben

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Erster Corona-Fall im Saale-Orla-Kreis
Amtsarzt kritisiert „unerträgliche Situation“.
Bisher liegen erst 47 Befunde vor.
Landrat Thomas Fügmann fordert Unterstützung im Thüringer Ministerium

„Das ist eine unerträgliche Situation, vor allem für den betroffenen Personenkreis“, sagt Dr. Torsten Bossert, Leiter des Krisenstabes und Leiter des Fachdienstes Gesundheit. Bis zum heutigen Nachmittag liegen im Landratsamt in Schleiz erst 47 Befunde von bisher 177 eingereichten Proben auf das Corona-Virus vor.

„Wir können nicht akzeptieren, dass die Untersuchung der Abstriche so lange dauert. Wir haben am Dienstagabend die ersten 160 Proben mit einem eigenen Kurier nach Bad Langensalza in das Labor gebracht. Uns wurde zugesichert, dass wir am Donnerstag Ergebnisse vorliegen haben“, schimpfte Amtsarzt Dr. Bossert in der soeben zu Ende gegangenen heutigen zweiten Sitzung des Krisenstabes.

„Wir können sagen, dass uns bis jetzt die Befunde von 47 Personen getesteten Personen vorliegen. Sie sind alle negativ. Und die meisten der Betreffenden wurden durch unsere Mitarbeiter auch erreicht und persönlich darüber informiert“, so Bossert.

In mehreren Telefonaten mit dem Labor hatte der Amtsarzt darum gebeten, dass neben den Untersuchten, die auch Symptome zeigten, die Personen der so genannten ersten Kontaktreihe des Erkrankten bevorzugt zu behandeln seien. „Wir haben in Pößneck und Jena 99 Personen in Quarantäne. Auch eine Arztpraxis in Pößneck und eine Zahnarztpraxis in Jena sind betroffen. Es ist ein unmöglicher Zustand, dass nach drei Tagen die Ergebnisse noch nicht vorliegen. Wir haben kein Verständnis“, so Dr. Bossert.

Landrat Thomas Fügmann nahm heute Nachmittag direkt Kontakt mit dem Thüringer Sozialministerium, mit Staatssekretärin Ines Feierabend, auf, brachte dort den Unmut über die aktuelle Situation und Arbeitsweise zum Ausdruck und forderte Unterstützung.

„So kann man mit dem Kreis, der als erster und bisher einziger in Thüringen einen bestätigten Corona-Fall hat, nicht umgehen“, so der Landrat.

Fügmann kritisierte in der Sitzung des Krisenstabes auch, dass in Thüringen bisher offenbar keine Entscheidung darüber getroffen wurde, wie zu verfahren ist, wenn das zuständige und für die Landkreise pflichtgebundene Labor des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Bad Langensalza seine Belastungsgrenze erreicht.

„Wer trägt die Kosten der Untersuchungen, wenn wir uns dann gezwungen sehen, die Proben ab sofort an andere Labore zu geben?“, fragt Fügmann.

Aktuell kann das Landratsamt bezüglich einer weiteren Verbreitung des Virus keine Entwarnung geben.

Es kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob und wie viele der noch vorliegenden Proben negativ oder positiv getestet wurden.

Entscheidungen zu weiteren notwendigen Maßnahmen können daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.

Das Gymnasium in Pößneck kann am Montag definitiv wieder geöffnet werden. Die zwei Verdachtsfälle aus dieser Schule gehören zu den Personen, deren Befunde vorliegen und die negativ sind.

Mitarbeiter des Fachdienstes Gesundheit sind auch morgen im Dienst, nehmen mögliche weitere Befunde entgegen und benachrichtigen die betroffenen Personen.

Die Telefone des Bürgertelefons im Landratsamt in Schleiz – Telefon: (03663) 488 888 – sind heute bis 18 Uhr weiter in Betrieb sowie am Montag, ab 8 Uhr.

Quelle: Landratsamt Saale-Orla-Kreis, Schliez.

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