Jena: Bibliotheksverband mit Offenem Brief an OB Dr. Nitzsche

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Offener Brief: geplante dauerhafte Schließung der Stadtteilbibliothek Jena-Lobeda

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Landesverband Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. ist die Interessensvertretung von 100 Universitäts-, Hochschul-, Spezial- und Kommunalbibliotheken in Thüringen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Bibliotheken in ihrer Vielfalt und ihrer Bedeutung für Demokratie, Bildung und Gesellschaft in den Fokus zu rücken.

Nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie spielt Bildung eine zentrale Rolle – Bibliotheken sind Anlaufstelle für neugierige, wissenshungrige Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen und sozialen Schichten.

Mit Sorge haben wir erfahren, dass im Zuge des Haushaltssicherungskonzepts die Stadtteilbibliothek Lobeda der Ernst-Abbe-Bücherei dauerhaft geschlossen werden soll. Die Diskussion einer Schließung dieser Teilbibliothek sendet ein verheerendes Signal an die engagierten Mitarbeiter*innen, aber auch an die Bürger*innen der Stadt und der Region. Bibliotheken sind ein essentieller Eckpfeiler der Daseinsfürsorge – insbesondere in sozialen Brennpunkten. Die Stadtteilbibliothek Lobeda leistet hier einen unschätzbaren Beitrag für Integration, Teilhabe und ist wertvoller Partner für Kindergärten, Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Die Schließung einer Bildungseinrichtung in einem sozialen Brennpunkt ist aus unserer Sicht ein fatales Zeichen für die Kultur- und Bildungslandschaft der Stadt und des gesamten Landes.

Die Ernst-Abbe-Bücherei ist eine Stadtbibliothek mit überregionaler Strahlkraft und zeichnet sich durch innovative Angebote und Konzepte aus. Sie wird insbesondere in ihrem Umfeld aus renommierter Universität, moderner Hochschule und im Gesamtkontext der Kulturstadt Jena, aber auch über den Stadtrand hinaus genau beobachtet. Mit dem Festhalten am Neubau der Hauptbibliothek zeigen Sie, welchen Stellenwert Bildung und Kultur in Jena haben.

Lassen Sie das auch die Bürger*innen in Lobeda und Neu-Lobeda spüren und nehmen Sie ihnen nicht ihre Stadtteilbibliothek.

Mit freundlichen Grüßen

Milena Pfafferott


Quelle: Landesverband Thüringen des Deutschen Bibliotheksverbands e.V.

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