SOK: „Wir sind ein Brennpunkt“

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  • Weit verstreutes Infektionsgeschehen in Kombination mit lokalen Hotsports treibt Corona-Fallzahlen im Saale-Orla-Kreis nach oben
  • Zusätzliche Einschränkungen für den Landkreis werden geprüft

Während Zuwachsraten bei den Corona-Fallzahlen auf Bundesebene mehr oder weniger stagnieren, steuert der Saale-Orla-Kreis beim Infektionsgeschehen auf ein neues Level zu. So wurden dem Gesundheitsamt innerhalb der letzten 24 Stunden 80 Neuinfektionen bekannt. Aufgrund der verschiedenen Meldezeitpunkte ist ein Großteil hiervon noch nicht in der offiziellen Statistik des Robert-Koch-Instituts für den heutigen Donnerstag eingepflegt. Dort ist der Landkreis mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 194,2 (noch) knapp unter dem Risikowert von 200 gelistet.
„Wir beobachten mehrere schlimme Ausbruchsgeschehen, die uns zunehmend entgleiten. Ob 20 Fälle mehr oder weniger spielt keine Rolle. Wir sind ein Brennpunkt“, hält Amtsarzt Dr. Torsten Bossert fest.

Große Probleme bereiten vor allem Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen, die sich durch deren nahezu flächendeckendes Auftreten kaum noch bändigen lassen. „Positivbefunde bei Beschäftigten und Quarantänemaßnahmen führen teilweise zu erheblichem Personalmangel. Mindestens drei Heime im Landkreis sind von der Schließung bedroht“, verdeutlicht Dr. Torsten Bossert den Ernst der Lage.

Besonders dynamisch scheint sich das Coronavirus SARS-CoV-2 in Behinderteneinrichtungen in Gefell und Stelzen ausgebreitet zu haben, auf die sich allein mehr als 30 Neuinfektionen zurückführen lassen. Weitere Testreihen werden derzeit noch ausgewertet, so dass die Zahlen weiter klettern dürften.

Aber auch innerhalb der allgemeinen Bevölkerung nehmen die Infektionen täglich zu. Neben den Fällen in Gefell und Stelzen sind Schleiz (11) und die Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte (10) am stärksten betroffen. Vermehrte Positivbefunde lassen sich aber auch Hirschberg (5), Pößneck (4) und Saalburg-Ebersdorf (4) zuordnen.

„Wir arbeiten zwölf Stunden am Tag und die Wochenenden durch und schaffen die Abarbeitung der Fälle trotzdem nicht mehr“, schildert der Amtsarzt den Arbeitsalltag des Gesundheitsamtes. Um der Pandemie wieder irgendwann Herr zu werden, wurde nun auch der Hilfeleistungsantrag bei der Bundeswehr erneuert, um auch noch im neuen Jahr auf die Unterstützung der dann eingearbeiteten Soldatinnen und Soldaten bauen zu können.

Auch eine Verschärfung der Corona-Regeln über die Vorgaben des Landes Thüringen hinaus steht im Raum. Da sich die enorme Steigerung in weiten Teilen dem lokalen Ausbruchsgeschehen in Gefell und Stelzen zuordnen lässt, sieht das Landratsamt zunächst von zusätzlichen Einschränkungen im Saale-Orla-Kreis ab. Je nach Entwicklung der nächsten Tage könnte sich das aber zeitnah ändern.

Quelle: Landratsamt Saale-Orla-Kreis, Schleiz.

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