Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) mit offenem Brief zur Stellenausschreibung für das Sozialamt Erfurt

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Sehr geehrte Damen und Herren,

der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) ist der größte deutsche Berufs- und Fachverband für Soziale
Arbeit und damit die berufsständische Vertretung der Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen. Der DBSH vertritt
die gesellschaftsbezogenen und berufspolitischen sowie die arbeits- und tarifrechtlichen Interessen seiner Mitglieder.
Knapp 6.000 Kolleg* innen haben sich zusammengeschlossen, um Maßstäbe in der Sozialen Arbeit zu setzen.
Als Landesverband Thüringen wenden wir uns heute mit diesem Schreiben an Sie, weil wir auf die öffentliche
Stellenausschreibung der Amtsleitung für das Sozialamt Erfurt, dessen Bewerberanforderungsprofil uns im höchsten
Maße irritiert hat, aufmerksam machen möchten.

Die Amtsleitung ist für die Dienst- und Fachaufsicht, Personalverantwortung, fachliche Anleitung der
Mitarbeiterinnen, für Haushalt und für die Verwaltungsabläufe zuständig. Leider sind als erforderliche Kriterien laut Stellenausschreibung neben einer 3-jährigen Führungs- und Leitungserfahrung und einer Fahrerlaubnis Klasse B lediglich „die Laufbahnbefähigung für den höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst bzw. ein Hochschulabschluss (Diplom(Uni) oder Master) in der Fachrichtung Verwaltungswissenschaft oder Betriebswirtschaftslehre“ benannt. Dies ist aus unserer Sicht für die Leitung des Amtes für Soziales eindeutig unzureichend. Die Leitung des Sozialamtes umfasst einen großen externen Wirkungsbereich für die Planungs- und Versorgungsstrukturen für sehr viele Bürgerinnen Erfurts. Neue inhaltliche oder gesellschaftliche Entwicklungen gehen von ihm aus und oder können zumindest von ihm unterstützt werden. Die inhaltliche Fachaufsicht im Sozialamt kann nur von einer Person mit entsprechender Qualifikation (z.B. Studium der Sozialen Arbeit) ausgeübt werden.

Selbst vor dem Hintergrund der haushalterischen Entwicklung ist es notwendig, die knappen Ressourcen nach
inhaltlichen Gesichtspunkten zu verteilen und nicht allein nach wirtschaftlichen. Der Wissens- und Erfahrungshintergrund aus dem Bereich der Sozialen Arbeit besteht bei diesem Anforderungsprofil nicht, entsprechendes Fachwissen kann damit auch nicht über Lenkung und Leitung dieser wichtigen Stelle transportiert werden.

Als Berufsverband für die Soziale Arbeit möchten wir mit diesem Schreiben auf diese Schieflage hinweisen und fordern
eine qualitative Ergänzung der öffentlichen Stellenausschreibung um die entsprechenden Berufsgruppen der Sozialen
Arbeit. Zudem bieten wir der Stadtverwaltung an, Sie im Prozess der öffentlichen Stellenausschreibungen rund um die
Soziale Arbeit zukünftig gern fachlich zu unterstützen.

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