Bad Frankenhausen: 3,9 Millionen Euro für die Erschließung des „Schiefen Turms“

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Der „Schiefe Turm“ von Bad Frankenhausen soll touristisch neu erschlossen werden. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat dafür heute die Förderbescheide über rund 3,9 Millionen Euro an den Bürgermeister der Stadt Bad Frankenhausen, Herrn Matthias Strejc, übergeben. „Der Schiefe Turm fasziniert durch seine Schiefstellung und ist touristisches Highlight im gesamten Kyffhäusergebiet und weit darüber hinaus“, sagte Tiefensee. „Die Sicherung des Bauwerks sowie eine neue ansprechende Infrastruktur rund um den Turm baut sein touristisches Potenzial noch einmal mehr aus.“

Mit einer Neigung aus dem Lot von über 4,60 Meter ist der Schiefe Turm schiefer als der berühmte schiefe Turm von Pisa. Als Wahrzeichen überragt der über 600 Jahre alte Kirchturm die Stadt. Um dieses touristische Potential noch stärker als bisher zu nutzen, möchte die Stadt Bad Frankenhausen die Ruine der Oberkirche sichern und instandsetzen sowie die touristische Infrastruktur ausbauen. Die Mittel zur Instandsetzung und Sanierung sollen über die Städtebauförderung bereitgestellt werden. Im Rahmen der touristischen Erschließung soll der Schiefe Turm zugänglich gemacht und in ein neues Konzept mit Besucherzentrum, Parkplätzen und attraktivem Umfeld integriert werden.

Das neue Besucherzentrum bildet das Bindeglied zwischen dem ehemaligen Kirchenschiff mit der Veranstaltungshalle und dem Turm. Es erstreckt sich über drei Geschosse und bietet dabei Platz für das Foyer, einen Infobereich, einen kleinen Veranstaltungsraum sowie Raum für Garderoben, Gästebetreuung und Lagermöglichkeiten. Besucher und Besucherinnen sollen hier zukünftig Informationen über das ortspezifische Heilmittel Sole und die besondere Geologie des Kyffhäusergebirges erhalten. Zudem informiert die Ausstellung über Baugeschichte und Nutzung der Kirche, die Region sowie die Reformationsgeschichte. Das Konzept der Ausstellung erfolgt in enger Absprache mit der Stadt Bad Frankenhausen, bestehenden Ausstellungen der Region und dem Regionalmuseum Bad Frankenhausen. Darüber hinaus ist eine Sonderausstellung zu „Reformation und Bauernkrieg“ angesichts des 500-jährigen Bauernkriegs 2025 geplant. Für die Orientierung werden Piktogramme, Informationen in leichter Sprache und große kontrastreiche Beschriftungen angebracht. Aber auch der Turm selbst ist Thema der Ausstellung – so werden etwa die aktuellen Bewegungen bildhaft gezeigt. Über eine Plattform gelangt man ins Innere und kann auf Austritten das „Kippen“ des Turms und eine einmalige Aussicht auf die Stadt Bad Frankenhausen erleben. Mit VR-Brillen kann das Raumgefühl im Schiefen Turm auch virtuell erlebt werden. Um den Turm herum wird ein barrierefreier Rampenweg mit Stellplätzen für mobilitätseingeschränkte Personen und Sitzbänken errichtet. Zudem ist der Neubau von PKW- und Busparkplätzen geplant. Über die Städtebauförderung werden die Poststraße und die Oberkirchgasse umgestaltet.

Bad Frankenhausen ist ein staatlich anerkanntes Soleheilbad. Salz und Sole spielten in der Stadt bereits früh eine Rolle und prägten die Entwicklung. 1927 folgte die Bezeichnung „Bad“ zum Stadtnamen und 2007 die Verleihung des Prädikats „Sole-Heilbad“. Das neue Besucherinformationszentrum am Schiefen Turm und die touristische Erschließung sind im Kurortentwicklungskonzept 2018 für Bad Frankenhausen festgeschrieben. Seit 2014 wird durch die Kur- und Tourismus GmbH Bad Frankenhausen ein Infopavillon am Schiefen Turm betrieben. Jährlich werden hier etwa 30.000 Besucher gezählt, obwohl der Turm noch gar nicht begehbar ist und Baumaßnahmen stattfinden.

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