Thüringen: nur 10 neue Startups in diesem Jahr

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In den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 wurden in Deutschland 1176 neue Start-ups gegründet. Das sind 16 % weniger als im gleichen Zeitraum 2021.

Geopolitische Spannungen in Europa und Turbulenzen an den öffentlichen Märkten, insbesondere im Technologiesektor, sinkende Bewertungen, steigende Inflation und Zinsen führen zu größerer Verunsicherung bei Gründern und Investoren. Ostdeutschland hat dabei ein besonderes Start-up-Problem: Nur 7 % aller Neugründungen wurden in den 5 östlichen Bundesländern (ohne Berlin) gestartet. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt: Von mehr als 1.100 Neugründungen in Deutschland zwischen Januar und Mai 2022 wurden dort nur 5 (0,4%) gegründet. In Sachsen wurden 34 Start-ups, in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen jeweils 10 Start-ups gegründet. Platz 1 belegt Berlin (244), Bayern Platz 2 (236) und NRW Platz 3 (216.

Dies ergibt der aktuelle Branchen-Report „MorphPulse“. Der Report wird mehrmals jährlich vom Berliner Pre-Seed Venture Capitalist „Morphais“ herausgegeben.

Weniger Finanzierungsrunden:

Die Mittel in Deutschland fließen weiterhin, jedoch auf niedrigerem Niveau. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 gab es insgesamt 632 Förderrunden für Start-ups, die jünger als 3 Jahre sind – das sind 13 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Große Ungleichheiten bei der Kapitalallokation in Deutschland bestehen fort:

60 % der gesamten Finanzierungsrunden gehen an Unternehmen in Berlin, Bayern und Hamburg, während nur 47 % der neuen Start-ups dort gegründet werden. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg erhalten nur 22 % des Risikokapitals, während dort 29 % der Neugründungen entstehen.

Der Großteil der Mittel in Deutschland ging an Erstrunden-Investitionen. Im Vergleich zu 2021 hat sich die Verteilung zwischen 1. und 2. Runde geändert. In diesem Jahr fließt anteilig mehr Geld in die zweite Runde als im Vorjahr.

Wo sind die Gründerinnen? Die Vielfalt der Gründerteams nimmt ab

Das Ökosystem wird immer noch stark von männlichen Gründern dominiert. 82 % der Neugründungen werden von ausschließlich männlichen Teams gestartet. 18 % der Gründerteams haben eine Frau an Bord. Diese Zahl ist niedriger als im Jahr 2021, als 20 % der Teams ein weibliches Mitglied hatten. So verwundert es leider nicht, dass unter den 10 häufigsten Namen kein weiblicher ist. Top 3 Namen für Gründer sind Christian, Michael & Daniel. Der häufigste weibliche Name ist Lisa und belegt Platz 38 unter allen Gründernamen Und: Während 11 % der Gründungsteams weiblich sind, beträgt ihr Anteil an Finanzierungsrunden nur 7 %.

Morphais-CEO Eva-Valérie Gfrerer: „Untersuchungen zeigen, dass Frauen durch unsichere Situationen eher entmutigt werden als Männer. Die aktuelle wirtschaftliche Situation könnte daher eine Bedrohung für die Vielfalt darstellen. Aber auch der Zugang zu Fördermitteln spielt eine Rolle: Betrachtet man die Finanzierungssituation, so sehen wir eine Lücke zwischen 11 % rein weiblichen Teams, die gegründet werden, und nur 7 %, die eine Finanzierung erhalten. Wir müssen Frauen stärken und ihnen helfen, auch in unsicheren Zeiten den Mut zu finden, ein Unternehmen zu gründen. Gleichzeitig müssen Investoren Vielfalt in ihren eigenen Teams leben und männlichen und weiblichen Gründern gleiche Chancen einräumen.“

Quelle

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