Jena: Neue Bauten für die Energieforschung eingeweiht

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Am Campus Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde heute Richtfest für zwei Erweiterungsbauten des Center for Energy and Environmental Chemistry (CEEC Jena II) gefeiert. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens belaufen sich auf gut 54 Millionen Euro, die von Bund, Land sowie aus Geldern der Ernst-Abbe- und der Carl-Zeiss-Stiftung getragen werden. Rund 13 Millionen Euro werden aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Bauministerin Susanna Karawanskij und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee sehen durch die beiden Neubauten den Wissenschaftsstandort Thüringen nachhaltig gestärkt. „Die Universität Jena wird damit Pionierarbeit für die Energiewende und den Wissenstransfer in und aus Thüringen heraus leisten. Ich bin sicher, dass kurze Wege und optimale Arbeitsbedingungen zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit führen werden“, so Karawanskij. 

„Energiespeicherung ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“, sagt Wissenschaftsminister Tiefensee. Die Energiewende, aber auch die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern seien ohne leistungsfähige Energiespeicher nicht möglich. Diese Thematik habe mit der Ukrainekrise und der Drosselung der russischen Energieimporte aktuell noch einmal eine ganz neue Brisanz bekommen. „Das CEEC leistet in dieser Situation wichtige Pionierarbeit für die Batterieforschung weit über Deutschland hinaus.“

Die Neubauten des CEEC Jena II und des dazugehörigen Anwendungszentrums (AWZ CEEC Jena) bilden ein fakultätsübergreifendes Zentrum, in dem die Chemisch-Geowissenschaftliche und die Physikalisch-Astronomische Fakultät eng kooperieren werden. Vor dem Hintergrund, dass die Energieversorgung der Zukunft noch immer ein Speicherproblem hat, sollen stehen hier ab 2023/24 zusätzliche Räume zur Verfügung, um neue Energiespeicher zu erforschen und die Batterie der Zukunft zu entwickeln. 

„Die Universität Jena wird mit international sichtbarer Spitzenforschung und innovativen Konzepten für Batterien und Materialien verbunden. Mit dem heutigen Richtfest sorgen wir dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibt“, sagt der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Walter Rosenthal. „Wobei im CEEC Jena nicht allein an elektrochemischen Energiespeichern wie Batterien und Superkondensatoren geforscht wird. Auch Schlüsseltechnologien wie Photovoltaik und Wassertechnologie spielen eine Rolle. Die Bandbreite der Forschung reicht von der Polymerchemie über die Glaschemie bis zur Mineralogie und von der Theorie über die Herstellung und Verarbeitung von neuen Materialien bis zur Anwendung“, ergänzt der Präsident.

„Der Neubau des CEEC Jena II und des Anwendungszentrums ist ein hervorragendes Beispiel, wie wir den Hochschulstandort Jena als Leuchtturm weiter stärken“, so Karawanskij und Tiefensee. „Die Landesregierung hat in den letzten Jahren erhebliche Mittel für den Wissenschaftsstandort Thüringen und insbesondere die Universität Jena zur Verfügung gestellt.“ 

Die größte staatliche Hochbaumaßnahme in Thüringen ist der Campus Inselplatz, wo im April ebenfalls Richtfest gefeiert wurde. Die Mittelfristige Hochbauplanung bis 2027, die im Februar durch das Kabinett bestätigt wurde, sorgt an der Universität Jena aber auch darüber hinaus für eine verlässliche bauliche Perspektive. 

Aktuelle und geplante staatliche Hochbaumaßnahmen in Jena

  • Großprojekt Neubau Campus Inselplatz (Richtfest im April 2022)
  • Erweiterung des Helmholtz-Instituts (kurz vor Fertigstellung, die Einweihung ist für Oktober 2022 geplant)
  • Neubau des Microverse-Centers (aktuell in der Ausführungsplanung, im Oktober dieses Jahres Baubeginn)
  • Nachnutzung des Klinikum-Bereichs Bachstraße als Forschungs- und Verwaltungsgebäude für die Pharmazie (Masterplan liegt vor) 
  • Ersatzneubau für das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (im Bau)
  • 3. Bauabschnitt des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena (gegenwärtig geplant)
  • Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung auf dem Gelände des Universitätsklinikums (in Vorbereitung, geplanter Baubeginn 2024)
  • Quelle

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