Thüringen: Hochschulen erarbeiten Notfallpläne für Gas-Mangel

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Die Thüringer Hochschulen haben damit begonnen, ihren Energieverbrauch soweit wie möglich zu reduzieren. Zudem wird für den Fall einer eingeschränkten Energieversorgung bereits an Notfallplänen gearbeitet. Das geht aus einer Abfrage des Wissenschaftsministeriums unter den zehn staatlichen Universitäten und Fachhochschulen, dem Universitätsklinikum Jena (UKJ) und dem Studierendenwerk Thüringen (STW) hervor. Eine Einschränkung des Lehr- und Forschungsbetriebs ab dem Wintersemester könne nicht mehr ausgeschlossen werden, sagte Thüringens Wissenschaftsstaatssekretär Carsten Feller. „Wir hoffen aktuell das Beste, müssen uns aber vorsorglich auf Engpässe in der Energieversorgung einstellen.“ Er sei den Hochschulen dankbar dafür, dass sie frühzeitig damit begonnen hätten, entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Aktuell rufen die Hochschulen ihre Beschäftigten und Studierenden zur Energieeinsparung auf und führen grundlegende technische Maßnahmen und Überprüfungen durch, wie z.B. die Umrüstung der Beleuchtung auf LED, Verringerung der Beleuchtung, Nutzung von Thermostaten und Dämmerungsschaltern, Heizungswartungen und -regulierungen, die Begrenzung der Öffnungszeiten von zentralen Einrichtungen (Cafeteria, Bibliothek) und Laboren, die Optimierung der Raumbelegungen, die Außerbetriebnahme von Klimaanlagen. Einige Hochschulen können bereits auf effiziente Gebäudeleittechniken zurückgreifen. In anderen Fällen sind energetische Sanierungen geplant oder laufen bereits (z.B. Installation von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen, Austausch von ineffizienten Heizungsanlagen, Umstellung der Heizungsanlagen auf erneuerbare Energieträger oder Fernwärme).

Gleichzeitig werden an den Hochschulen derzeit Stufenpläne erarbeitet, die ab dem kommenden Wintersemester im Falle einer Gasmangellage weitere Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs vorsehen. Dazu zählen die Absenkung von Raumtemperaturen, die Einschränkung von Heizzeiten, die Abschaltung von Beleuchtungsanlagen, die Stilllegung von für den Hochschulbetrieb nicht zwingend benötigten Gebäuden oder Gebäudeteilen. Öffnungszeiten könnten weiter verkürzt oder zentrale Einrichtungen (z.B. Turnhallen) ganz geschlossen werden. Auch der Anteil der Telearbeit oder Online-Lehre würde dann wieder deutlich ausgeweitet. 

Das Wissenschaftsministerium befinde sich in enger Abstimmung mit den Hochschulen und sei eng in das weitere Vorgehen sowie insbesondere in die Suche nach weitere Einsparmöglichkeiten eingebunden. „Sämtliche Notfallpläne werden in der jetzt beginnenden vorlesungsfreien Zeit weiter konkretisiert und liegen dann rechtzeitig vor dem nächsten Semester und dem Beginn der neuen Heizperiode vor“, sagte Feller. Bis dahin gehe es vor allem um eines, so sein Appell: „Energieverbräuche senken und nach weiteren Einsparmöglichkeiten suchen, damit wir auch in Forschung und Lehre gut durch den nächsten Winter kommen.“

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