Ilmenau: Stadt bitte um Verständnis für umfangreiche Waldarbeiten

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Die Trockenheit und die Borkenkäferplage haben auch in den Wäldern rund um die Stadt Ilmenau und Ihre Ortsteile deutliche Spuren hinterlassen. Ganze Waldflächen mussten abgeholzt werden. Seit Monaten werden daher große Mengen an Holz wegen des Borkenkäferbefalls aus den Wäldern geholt, um den Befallsdruck im kommenden Frühjahr, wenn die überwinterten Käfer wieder ausschwärmen, zu reduzieren. Die Ausmaße der Borkenkäferplage und des daraus resultierenden Holzeinschlages ist in zunehmendem Maße in den Wäldern, aber auch auf den Straßen im Stadt- und Kreisgebiet zu spüren. Eingeschlagenes Holz wird zunehmend im straßennahen Bereich zum Abtransport bereitgestellt und von Speditionen von dort aus abtransportiert.

Dabei kommt es nicht nur zu erheblichen Verschmutzungen und Beschädigungen der Fahrbahnen und der Bankette, sondern stellen die nicht selten am Straßenrand aufladenden Lastkraftwagen ein Verkehrs- und Unfallrisiko dar. Ende 2022 hat daher die Stadt Ilmenau in Zusammenarbeit mit dem Ilm-Kreis bereits für den stark in Anspruch genommenen Bereich der K56/Waldstraße reagiert und in dem Teilbereich ab der Höhe der Tennisplatzanlage bis zur Einmündung Hotel Gabelbach die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert und zusätzlich mit dem Verkehrszeichen „Achtung Gefahrenstelle“ (VZ 101) mit Zusatzzeichen „Holztransporte“ beschildert. So soll gewährleistet werden, dass die Gefahrensituationen auf Grund der verminderten Höchstgeschwindigkeit rechtzeitig durch die Verkehrsteilnehmer erkannt werden können. Neben den Beeinträchtigungen im öffentlichen Verkehrsraum haben die Fäll- und Transportarbeiten aber auch erhebliche Auswirkungen auf den Wald, die Waldwege und Loipen, was für Einheimische und den Tourismus mehr als problematisch ist.

Angesichts der krisenähnlichen Borkenkäferplage ist absehbar, dass der Holzeinschlag in den Wäldern und auch der massive Holzabtransport aus den Wäldern sowie die damit verbundenen Probleme auch in den nächsten Jahren weiter gehen werden. Aus diesem Grund hat die Stadt Ilmenau in der letzten Woche alle beteiligten Behörden sowie Vertreter des Forstes an einen Tisch geholt, um Maßnahmen zu besprechen, wie und in welchem Rahmen gerade der Holzabtransport besser gestaltet und koordiniert werden kann.

So sollen künftig geschotterten Lade- und Umladeflächen und Schneekettenwechselplätze für die LKW abseits des öffentlichen Verkehrsraumes durch den Forst geschaffen werden. Für den Fall, dass ein Beladen im straßennahen Bereich erforderlich ist, werden verkehrsrechtliche Maßnahmen vorgesehen, zu denen beispielsweise Geschwindigkeitsreduzierungen gehören. Hauptziel der Maßnahmen ist es, insbesondere die von den Holzladearbeiten und vom Transport ausgehenden Gefährdungen für den Straßenverkehr zu minimieren.

Auch wenn eine Reihe von Maßnahmen durch den Forst, den Ilm-Kreis und der Stadt Ilmenau ergriffen werden, können aber auch zukünftig Beeinträchtigungen im Verkehr und auf den Waldwegen nicht immer ganz vermieden werden. Gerade die großen Waldwege wurden und werden primär zur Walderschließung und Holzeinbringung angelegt und somit derzeit auch zielgerichtet verstärkt genutzt. Als Synergieeffekt dienen diese natürlich gleichzeitig der gesetzlich verankerten Erholungsfunktion des Waldes. Aus diesem Grund werden die Wege nach den vollzogenen Forstarbeiten auch schnellstmöglich wiederhergestellt, damit Spaziergänger und Wanderer diese dann wieder nutzen können. Angesichts der Borkenkäferlage und des Ausmaßes des Holzeinschlages sowie der Holztransporte aus dem Wald, werden entsprechende Instandhaltungsmaßnahmen jedoch einen größeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Die Stadt Ilmenau und der Forst werben daher gemeinsam um Verständnis dafür, dass in den kommenden Jahren nicht alle Waldwege ganzjährig in der sonst gewohnten Art und Weise sowie Qualität für die Bevölkerung zugänglich sein werden. Auch wird die Bevölkerung gebeten eingerichtete Lade- und Umladeflächen sowie die Schneekettenwechselplätzen für die Holz-LKW nicht zu beparken und ausgewiesene Geschwindigkeitsreduzierungen und Hinweise auf Holztransporte zur eigenen Sicherheit unbedingt zu beachten.

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