Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland stehen vor einer unangenehmen Überraschung bei der nächsten Heizkostenabrechnung. Obwohl die Preise für Energie am Weltmarkt spürbar gesunken sind, werden die Kosten für das Jahr 2025 deutlich steigen. Der Hauptgrund liegt in der Witterung: Die Heizperiode 2025 war signifikant kälter als das Vorjahr, was den Einspareffekt durch günstigere Tarife zunichtemacht.
Kälteeinbruch treibt den Verbrauch in die Höhe
Die spürbar niedrigeren Außentemperaturen im Jahr 2025 führten zu einer intensiveren Nutzung der Heizungsanlagen. Nach Berechnungen des Energiedienstleisters Techem stieg der Heizenergieverbrauch temperaturbedingt im Schnitt um rund +11,6 %.
Obwohl Heizöl (-8,2 %), Strom (-2,1 %) und Gas (-1,6 %) im Einkauf günstiger waren, fraß der Mehrverbrauch diese Ersparnis komplett auf. In der Endabrechnung führt dies zu einem durchschnittlichen Kostenanstieg von etwa +8,6 % über alle Energieträger hinweg. Besonders hart trifft es Fernwärmekunden, da hier sowohl der Verbrauch als auch der Preis (+1,5 %) leicht anstiegen, was zu einer Gesamtbelastung von +13,2 % führt.
Fokus Thüringen: Kostenanstieg über dem Bundesdurchschnitt
Thüringen gehört im Jahr 2025 zu den Regionen, in denen die Witterung besonders gnadenlos zugeschlagen hat. Während norddeutsche Bundesländer wie Schleswig-Holstein (+2,8 %) glimpflich davonkommen, müssen die Menschen im Freistaat mit deutlich höheren Nachzahlungen rechnen.
- Landesweite Prognose: Für Thüringen wird ein Kostenanstieg von rund +11,8 % prognostiziert. Damit liegt der Freistaat im oberen Drittel der Bundesländer – knapp hinter den Nachbarn in Sachsen (+13,3 %) und Sachsen-Anhalt (+12,2 %).
- Regionale Unterschiede: Besonders in den Höhenlagen des Thüringer Waldes sowie im Osten des Landes war die Heizperiode langanhaltend und frostig.
- Städtische Brennpunkte: Während Städte wie Halle (Saale) mit +14,8 % bundesweit Spitzenwerte erreichen, müssen sich auch Haushalte in Erfurt, Jena und Gera auf zweistellige Zuwachsraten bei den Heizkosten einstellen, sofern sie mit Gas oder Fernwärme heizen.
Die Energieträger im Kosten-Check (Prognose Gesamtjahr)
| Energieträger | Preisentwicklung | Kostensteigerung (inkl. Verbrauch) |
| Fernwärme | +1,5 % | +13,2 % |
| Gas | -1,6 % | +9,7 % |
| Strom | -2,1 % | +9,2 % |
| Heizöl | -8,2 % | +2,4 % |
Fazit für Thüringer: Wer mit Gas oder Fernwärme heizt, sollte bereits jetzt monatliche Rücklagen bilden oder die Abschlagszahlungen freiwillig erhöhen, um hohe Einmalzahlungen im kommenden Jahr zu vermeiden.


