Spektakuläre Verfolgungsjagd über Landesgrenzen: Fluchtversuch endet auf hessischem Feldweg

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Foto: Polizei Thüringen

Eine routinemäßige Verkehrskontrolle im thüringischen Bornhagen hat am späten Samstagabend zu einer gefährlichen und landesübergreifenden Verfolgungsjagd geführt. Ein 19-jähriger Autofahrer versuchte, sich der Polizei zu entziehen, und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit nach Hessen. Erst als sich sein Fahrzeug im Schlamm festfuhr, klickten die Handschellen. Wie sich später herausstellte, hatte der junge Mann gleich mehrere Gründe, die Flucht zu ergreifen.

Blaulicht ignoriert und Gas gegeben

Gegen 23:00 Uhr signalisierten Beamte der thüringischen Polizei dem Fahrer eines Seat in Bornhagen, dass er für eine allgemeine Verkehrskontrolle anhalten solle. Anstatt jedoch den Anweisungen Folge zu leisten und den Wagen zu stoppen, trat der 19-Jährige unvermittelt aufs Gaspedal. Zusammen mit seinem 18-jährigen Beifahrer raste er in Richtung der Bundesstraße 27 (B27) davon.

Die anschließende Flucht war von einer rücksichtslosen und extrem riskanten Fahrweise geprägt. Ohne Rücksicht auf Verluste peitschte der junge Mann den Seat mit völlig unangepasster Geschwindigkeit über die Straßen und überquerte dabei auch die Landesgrenze nach Hessen.

Rote Ampeln und Beinahe-Crash in Hessen

In der hessischen Ortschaft Unterrieden spitzte sich die Situation weiter zu. Der Flüchtende ignorierte im Ortsteilbereich zwei rote Ampeln und verlor dabei zeitweise die Kontrolle über sein Fahrzeug. Nur um ein Haar konnte ein schwerer Unfall verhindert werden, als der Wagen dicht an einem Trafohäuschen vorbeischrammte und dieses fast rammte.

Da sich der Zugriff über zwei Bundesländer erstreckte, forderten die thüringischen Beamten umgehend Unterstützung an. Mehrere Streifenwagen der hessischen Polizei beteiligten sich an der Fahndung und der Verfolgung des flüchtigen Duos.

Endstation Schlamm: Festgefahren auf dem Feldweg

Das Ende der gefährlichen Fahrt bestimmte schließlich die Physik: Der 19-Jährige steuerte den Seat auf einen Feldweg in der Nähe eines Radwegs bei Unterrieden. Dort überschätzte er offensichtlich die Geländetauglichkeit seines Autos – der Wagen grub sich tief in den Untergrund ein und fuhr sich unmanövrierbar fest. Die nachfolgenden Polizeikräfte aus Thüringen und Hessen mussten nur noch zugreifen und konnten die beiden Insassen widerstandslos kontrollieren.

Drogen und fehlender Führerschein – Ein ganzes Sündenregister

Bei der anschließenden Überprüfung des Fahrers wurde den Beamten schnell klar, warum der Jugendliche einen Fluchtversuch unternommen hatte: Er war nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Damit jedoch nicht genug: Die Polizisten bemerkten bei dem 19-Jährigen deutliche Symptome, die auf den Konsum von illegalen Betäubungsmitteln hinwiesen.

Zur Sicherung von Beweisen für ein späteres Gerichtsverfahren wurde eine Blutentnahme angeordnet und von einem Arzt durchgeführt. Die Weiterfahrt wurde dem jungen Mann selbstverständlich untersagt. Nach Abschluss aller strafprozessualen Erstmaßnahmen wurde der Beschuldigte vorerst aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Der nächtliche Ausflug wird für den Fahranfänger jedoch drastische Konsequenzen haben. Die Polizei hat ein umfangreiches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Neben dem Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis muss sich der 19-Jährige nun auch wegen der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen (Alleinrennen gegen die Polizei) sowie wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs unter dem Einfluss von Rauschmitteln strafrechtlich verantworten.

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