Vorteil im Osten: Warum der Weg ins Wohneigentum in Thüringen bei der Grunderwerbsteuer kürzer ist

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Das fehlende Eigenkapital bleibt für viele Kaufinteressierte die größte Hürde auf dem Weg in die eigenen vier Wände. Häufig werden dabei die Kaufnebenkosten unterschätzt – allen voran die Grunderwerbsteuer. Wie lange Käufer für diese staatliche Abgabe im Durchschnitt arbeiten müssen, variiert je nach Bundesland drastisch. Eine aktuelle Analyse von ImmoScout24 zeigt nun: Während Immobilienkäufer in den westdeutschen Ballungsräumen und Stadtstaaten teils jahrelang allein für die Steuer arbeiten, kommen Thüringer im bundesweiten Vergleich besonders glimpflich davon.

Für den Freistaat Thüringen zeichnet die Auswertung ein erfreuliches Bild. Gemeinsam mit dem Nachbarland Sachsen-Anhalt gehört Thüringen bei der Steuerbelastung zu den absoluten Spitzenreitern – im positiven Sinne.

Wohnungskauf: Nur vier Monatsgehälter für die Steuer

Wer in Thüringen eine Eigentumswohnung erwerben möchte, muss für die Grunderwerbsteuer deutlich weniger Zeit und Geld einplanen als in den meisten anderen Regionen Deutschlands.

  • Die Zahlen im Freistaat: Beim Kauf einer durchschnittlichen 70-Quadratmeter-Wohnung fällt in Thüringen eine Steuerlast von etwas mehr als 5.000 Euro an.
  • Der Aufwand: Ein Käufer mit einem thüringischen Durchschnittseinkommen muss hierfür im Schnitt lediglich rund vier Monatsgehälter aufbringen (gerechnet mit einem Anteil von 40 Prozent des Einkommens für die Immobilienfinanzierung).

Möglich macht dies die Kombination aus einem moderaten Immobilienpreisniveau und einem im bundesweiten Vergleich niedrigen Steuersatz: In Thüringen liegt die Grunderwerbsteuer bei 5,0 Prozent und rangiert damit im unteren Bereich der Bundesländer.

Zum Vergleich: In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg werden für eine vergleichbare Wohnung jeweils über 23.500 Euro Grunderwerbsteuer fällig. Die Käufer dort müssen volle 15 Monate arbeiten, um allein diese Nebenkosten zu finanzieren.

Hauskauf: Thüringen zieht mit Bayern gleich

Auch beim Traum vom eigenen Haus punktet Thüringen durch eine vergleichsweise geringe steuerliche Hürde. Während Hauskäufer in Berlin und Hamburg fast zweieinhalb Jahre und in Schleswig-Holstein annähernd zwei Jahre allein für die Grunderwerbsteuer arbeiten, geht es im Freistaat deutlich schneller.

Thüringen gehört beim Hauskauf zusammen mit Sachsen-Anhalt und Bayern zu den Ländern, in denen die Steuerlast am schnellsten abbezahlt ist – oft innerhalb von unter 12 Monaten.

Interessanter Sondereffekt: Bayern nimmt hierbei eine absolute Sonderrolle ein. Dort werden zwar extrem hohe Hauspreise aufgerufen, der Steuersatz ist mit 3,5 Prozent jedoch der niedrigste in ganz Deutschland. Thüringen erreicht die identisch kurze Abzahlungsdauer von unter einem Jahr hingegen durch seine Kombination aus dem fairen 5-Prozent-Steuersatz und den im Bundesschnitt deutlich günstigeren Hauspreisen.

Hohe Nebenkosten als Eigentumsbremse

Wie stark die Kaufnebenkosten den Vermögensaufbau beeinflussen, macht Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, deutlich:

„Hamburg und Berlin haben seit Jahren die niedrigsten Eigentümerquoten Deutschlands. Nicht nur hohe Kaufpreise, sondern auch hohe Nebenkosten sind dort eine erhebliche Hürde auf dem Weg ins Eigentum. Menschen mit mittleren Einkommen müssen jahrelang arbeiten, um allein die Grunderwerbsteuer zu begleichen.“

Für Normalverdiener in Thüringen erweist sich die Grunderwerbsteuer dank der regionalen Marktgegebenheiten somit als weitaus geringere Barriere auf dem Weg zum Eigenheim als im Westen oder in den großen Metropolen.

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