Der Circus Florida gastiert seit dem 24. Mai in Jena – doch das Gastspiel ist von lautstarker Kritik begleitet. Die Tierrechtsorganisation PETA hat ihren Widerstand gegen die Zurschaustellung von Tieren angekündigt und ruft für diesen Samstag, den 30. Mai 2026, zu einer Protestaktion direkt vor dem Zirkusgelände „Am Flutgraben 3“ auf.
Kritik an tierschutzwidrigen Bedingungen
Im Fokus des Protests steht die Haltung von Kängurus, Kamelen und Pferden. PETA bezeichnet den Einsatz dieser Tiere in der Manege als tierschutzwidrig. Kathleen Cox, Leiterin des PETA-Streetteams Jena, betont: „Kein Tier reist freiwillig von Stadt zu Stadt, will unter grellem Licht ‚Kunststücke‘ vorführen und in Gehegen leben.“ Ihrer Ansicht nach gehören Wildtiere in ihren natürlichen Lebensraum und nicht auf einen Zirkusplatz. Der Appell der Organisation an den Circus Florida ist klar: Die Tiere sollen an Lebenshöfe oder geeignete Auffangstationen übergeben werden.
Die Tierrechtler stützen ihre Kritik auf vergangene Vorfälle. So habe PETA bereits im Frühjahr 2025 die Haltung von Kängurus bei Circus Florida beim Veterinäramt des Rhein-Kreises Neuss gemeldet. Die Behörde bestätigte damals, dass die Haltung zweier Wallabys nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprach. PETA weist zudem darauf hin, dass insbesondere Wildtiere durch ständige Transporte, beengte Gehege und Dressurmethoden, die häufig mit Zwang verbunden seien, unter Verhaltensstörungen und gesundheitlichen Folgen litten.
Details zur Protestaktion am Samstag
Um diese Kritik öffentlichkeitswirksam zu unterstreichen, plant das Streetteam Jena am Samstag, den 30. Mai 2026, von 18:30 bis 19:30 Uhr eine Aktion vor dem Zirkusgelände:
- Inszenierung: Ein als Pferd verkleideter Aktivist wird von einem weiteren Beteiligten in der Rolle eines „Dompteurs“ symbolisch mit der Peitsche bedroht, um das Leid der Dressurtiere zu verdeutlichen.
- Aufklärung: Unterstützt durch Schilder mit der Aufschrift „Tiere raus aus dem Zirkus!“ und begleitende Redebeiträge wollen die Aktivisten Passanten und Zirkusbesucher über die aus ihrer Sicht problematische Tierhaltung informieren.
Gesellschaftlicher Wandel gefordert
Die Forderung nach einem deutschlandweiten Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben wird von PETA mit dem Hinweis auf internationale Entwicklungen gestärkt. Länder wie Griechenland, Malta und Zypern haben die Haltung von Tieren im Zirkus bereits vollständig untersagt; in vielen weiteren europäischen Staaten gibt es Teilverbote für bestimmte Arten.
Auch in Deutschland ist der Trend weg von der Tierdressur spürbar: Der renommierte Circus Roncalli etwa ist seit 2018 komplett tierfrei. Laut PETA spiegelt sich dieser gesellschaftliche Wandel auch in Umfragen wider, wonach 62 Prozent der Deutschen die Zurschaustellung von Tieren im Zirkus ablehnen. Mit der Aktion in Jena möchte das PETA-Streetteam den Druck auf die Branche erhöhen und für ein Umdenken werben.


