Ein kraftvoller Impuls für den Klimaschutz und die regionale Wertschöpfung: Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative fördert das Bundesumweltministerium das neue Verbundprojekt „BEEKOMM – Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien in Kommunen“ in Thüringen mit rund 1,6 Millionen Euro. Flankiert und finanziell unterstützt wird das Vorhaben zudem vom Thüringer Umwelt- und Energieministerium. Das erklärte Ziel: Städte, Gemeinden und Landkreise spürbar dabei zu entlasten, den Ausbau von Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik voranzutreiben und gleichzeitig die Akzeptanz für diese Projekte direkt vor Ort zu stärken.
Fünf neue Experten-Stellen für die Praxis vor Ort
Mit der konkreten Umsetzung im Freistaat ist die Thüringer Landesenergieagentur (THEGA) betraut. Um den enormen Beratungsbedarf der Kommunen aufzufangen, schafft die THEGA im Zuge des Projekts fünf neue Stellen. Die dort tätigen Projektleiter werden über die vierjährige Laufzeit hinweg als direkte, regionale Ansprechpartner fungieren.
Zu ihren Kernaufgaben gehören:
- Die fachliche und strategische Begleitung von Städten und Gemeinden bei der konkreten Planung und Umsetzung von Wind- und Solarprojekten.
- Die Moderation und Gestaltung von Dialog- und Beteiligungsprozessen, um Bürger frühzeitig einzubinden und Konflikte zu minimieren.
- Die Entwicklung von praxisnahen Beratungsangeboten, Leitfäden und Schulungen.
Kommunen als Schlüsselakteure der Energiewende
Dass die Unterstützung genau zur richtigen Zeit kommt, betont auch Thüringens Energieminister Tilo Kummer:
„Die Energiewende ist eine Chance, wenn wir es schaffen, die regionale Wertschöpfung dabei zu stärken. Erneuerbare Energien können im richtigen Mix unsere Unabhängigkeit von Importen erhöhen und langfristig eine eigene, bezahlbare Energieversorgung ermöglichen. Die Kommunen sind hierbei zentrale Akteure, stehen jedoch vor großen Herausforderungen – etwa durch begrenzte personelle Ressourcen, hohe fachliche Anforderungen oder Konflikte vor Ort. Genau hier setzt das neue Angebot an.“
Ein zentrales Thema wird dies auch auf der anstehenden Thüringer Energiekonferenz am kommenden Dienstag sein, bei der der Minister den direkten Dialog mit den kommunalen Vertretern sucht.
Auch Prof. Dr. Dieter Sell, Geschäftsführer der THEGA, sieht in dem Projekt einen entscheidenden Hebel für die kommunale Praxis: „Durch frühzeitige Information, geeignete Beteiligungsformate und individuelle Unterstützung sollen Prozesse beschleunigt und die kommunale Handlungskompetenz gestärkt werden. Unser Ziel ist es, Kommunen im Freistaat so schnell wie möglich für die Energiewende fit zu machen und zu befähigen, Erneuerbare-Energien-Projekte schnell, professionell und unter aktiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger umzusetzen.“
Ein starkes Netzwerk: Bundesweiter Austausch, lokaler Fokus
Das BEEKOMM-Projekt beschränkt sich nicht nur auf Thüringen, sondern setzt auf eine bundesweite, erstmalig so enge Kooperation mehrerer Landesenergieagenturen und Facheinrichtungen. Durch einen gemeinsamen Schulungs-Baukasten und intensiven Erfahrungsaustausch wird gebündeltes Wissen für die Praxis nutzbar gemacht.
Während bundesweit insgesamt rund 4.300 Kommunen proaktiv angesprochen werden sollen, geht Thüringen in die Vollen: Alle 605 Kommunen des Freistaats werden direkt kontaktiert.
Das länderübergreifende Partnernetzwerk im Überblick:
Neben der THEGA in Thüringen arbeiten folgende Agenturen Hand in Hand im Verbundprojekt:
- KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA-BW)
- LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA Hessen)
- Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LEKA MV)
- Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH (KEAN)
- NRW.Energy4Climate GmbH (Nordrhein-Westfalen)
- IZES gGmbH (Saarland)
- Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH (Sachsen)
Die Beratungen vor Ort werden noch in diesem Jahr anlaufen. Das Gesamtprojekt ist langfristig angelegt und läuft bis zum Ende April 2030.


