Nitrat im Grundwasser: VSR-Gewässerschutz legt Langzeitstudie für den Kreis Nordhausen vor

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Seit 15 Jahren rollt das Labormobil des VSR-Gewässerschutzes durch den Kreis Nordhausen, um die Qualität des lokalen Brunnenwassers zu überprüfen. Ergänzt durch zahlreiche postalisch eingesandte Proben hat die gemeinnützige Organisation nun eine Bilanz aus rund 1.000 Untersuchungen gezogen. Das Ergebnis der Langzeitauswertung von 2011 bis 2025 zeigt: Die Nitratbelastung sinkt zwar, liegt aber im privaten Bereich weiterhin auf einem besorgniserregend hohen Niveau.

Obwohl die europäische Nitratrichtlinie bereits seit 1991 den Schutz des Grundwassers vor übermäßigen Einträgen vorschreibt, stellt der VSR-Gewässerschutz in vielen Gartenbrunnen der Region noch immer Nitratwerte von über 50 Milligramm pro Liter (mg/l) fest.

Der Trend: Langsame Besserung, aber keine Entwarnung

Harald Gülzow, der die Nitratuntersuchungen im Kreis Nordhausen von Anfang an begleitet hat, zieht eine gemischte Bilanz:

„Während in den Jahren 2011 bis 2015 noch 39,1 % der Brunnen den Grenzwert überschritten, waren es im Zeitraum 2021 bis 2025 immer noch 26,0 %. Besonders problematisch ist, dass der Anteil der Brunnen mit einer extremen Nitratbelastung von über 100 mg/l im gesamten Zeitraum nur minimal auf 3,9 % sank.“

Das Fazit des Experten fällt daher verhalten aus: Die eingeleiteten Maßnahmen in der Landwirtschaft zur Verringerung der Nitratbelastung zeigen zwar messbare Wirkung, der Rückgang verläuft jedoch deutlich langsamer als erhofft. Um die Entwicklung weiter lückenlos zu dokumentieren, wird das Labormobil auch in diesem Jahr wieder im Kreis Nordhausen Station machen. Die genauen Termine sowie detaillierte Grafiken werden auf der Homepage des Vereins veröffentlicht.

Wasserschutzgebiete als Vorreiter – Probleme in der Fläche

Die Auswertung macht einen deutlichen Unterschied zwischen den Zonen deutlich: Besonders stark belastete Gartenbrunnen liegen oft außerhalb der offiziellen Wasserschutzgebiete der öffentlichen Trinkwasserversorgung.

Innerhalb dieser Schutzgebiete haben viele Wasserversorger schon frühzeitig die Initiative ergriffen. „Ihnen war klar geworden, dass sie sich nicht auf die Politik verlassen können. Die gesetzlichen Regelungen für die Aufbringung von Dünger waren schlicht nicht ausreichend, um den Trinkwassergrenzwert von 50 mg/l längerfristig einzuhalten“, erklärt Gülzow.

Durch freiwillige Kooperationen zwischen Wasserversorgern und Landwirten wurden dort effizientere Düngemethoden und gewässerschonendere Anbausysteme etabliert, die weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Diese Partnerschaften tragen seit vielen Jahren erfolgreich dazu bei, das Grundwasser sauber zu halten und teure, technische Verfahren zur Nitratentfernung zu vermeiden.

Gefahren für Mensch, Tier und die Nordsee

Der VSR-Gewässerschutz betont, dass eine flächendeckende Senkung der Nitratwerte auch außerhalb der Wasserschutzgebiete dringend notwendig ist. Nur so können Gartenbesitzer ihr Brunnenwasser ohne gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier zum Gießen, zum Befüllen von Teichen oder als Tränkwasser nutzen.

Zudem bleibt das Problem nicht lokal beschränkt: Das nitratbelastete Grundwasser sickert kontinuierlich in Bäche und Flüsse, über die der Nährstoff letztlich bis in die Nordsee transportiert wird. Dort führt die Überdüngung zu massivem Algenwachstum, das dem Wasser den Sauerstoff entzieht und die marinen Lebensräume gefährdet. „Eine Verringerung der Nitratbelastung ist dringend nötig, um die Artenvielfalt zu fördern“, so Gülzow abschließend.

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