Schloss Burgk an der oberen Saale

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Schloss Burgk ist eine Residenz der Fürsten von Reuß und diente in erster Linie als Lust- und Jagdschloss. Die Anlage liegt in unmittelbarer Nähe der Ortschaft Burgk und oberhalb der Saaleschleife, die dem Gebäude einen unvergleichlichen Ausblick verschafft. Mit dem Bau der Talsperre wurde dieser Ausblick sogar noch imposanter gestaltet.

Das Schloss ist sehr gut erhalten und gilt als eine der schönsten Burganlagen in Mitteldeutschland. Bemerkenswert ist die Mischung aus mittelalterlicher Burganlage  und dem immer wieder erweiterten eigentlichen Schloss, in dem sich Elemente aus sehr vielen Epochen finden.

Aufgrund der Lage stand das Schloss nie im Zentrum von strategischen Interessen oder Machtansprüche und war daher auch nie größeren kriegerischen Auseinandersetzungen ausgesetzt. Das mag ein Grund für seinen sehr guten Zustand sein.

Im Jahr kommen derzeit etwa 50.000 Besucher nach Schloss Burgk – sowohl um die Schlossanlage zu besichtigen als auch zu den zahlreichen Veranstaltungen auf dem Schloss. Danaben gibt es im Sommer zahlreiche Touristen, die um die Talsperre oder in den nahegelegenen Wäldern wandern und die Burg dabei als Zwischenziel oder Startpunkt nutzen.

Die Geschichte von Schloss Burgk

Dies ist die Geschichte der Schlossanlage in einer sehr kurzen Zusammenfassung. Im Schloss selbst findet man zu den einzelenen Etappen und Bauabschnitten noch deutlich mehr Informationen. Details zur älteren Linie Reuß finden sich darüber hinaus im Stadtschloss von Greiz ausgestellt.

Die Geschichte im Überblick:

1365 erste urkundliche Erwähnung einer mittelalterlichen Burganlage. Die damalige Anlage war als Wehranlage geplant und gebaut und wurde unter dem Namen „Veste borg“ geführt.
1403 Abriss der alten Anlage und Bau einer neuen Borg mit Wohnturm. Diese Bereiche sind die ältesten Gebäude, die man auch heute noch finden kann.
ab 1526 Die Burg wurde wehrtechnisch über mehrere jahrzente ertüchtigt. Unter anderem wurden Schildmauer, Rotem Turm, Eckbastion und das erste Torhaus errichtet. Über die Gründe für den Bau der Wehranlagen herrscht aber Uneinigkeit.1596 Das Haus Reuß (ältere Linie) übernimmt die Burg nach Erbstreitigkeiten und erweitert Schloss Burgk zu einem Herrschaftssitz.
1697 Das Schloss wird nicht mehr als Residenz genutzt sondern zum temporären Lust- und Jagdschloss.1739 Abriss des zweiten Torhauses
1743 Die Silbermann Orgel wird eingeweiht1768 Das Schloss wird zum festen Wohnsitz der Fürsten von Reuß (ältere Linie)
1952 der Landkreis Schleiz wird Träger der Anlage; Eröffnung des Museums
1980 Beginn der kontinuierlichen Restaurierungsarbeiten die bis heute weiter geführt werden.

Heute gehört das Schloss zum Saale-Orla-Kreis und wird von dort betrieben und verwaltet. Nach der Wende gab es Streitigkeiten mit den ehemaligen Eigentümern, den Fürsten von Reuß. Diese wollten die Enteignung der Güter in Thüringen nach dem zweiten Weltkrieg rückgängig machen lassen, das hätte unter Umständen auch Schloss Burg betroffen. So weit kam es aber nicht. Das Verwaltungsgericht Gera entschied 2015, dass es keine Gründe gäbe, die Enteignung von Immobilien des Fürstenhauses Reuß nach dem Zweiten Weltkrieg erneut zu prüfen. Die Klägerin Prinzessin Woizlawa-Feodora hatte nach Ansicht der Richter keine neuen Beweismittel vorgetragen, die eine neue prüfung rechtfertigen würde. Damit dürfte der Prozess um das Eigentum geklärt sein.

Öffnungszeiten

Das Schloss ist Montags prinzipiell geschlossen, auch über die Weihnachtsfeiertage ist kein Zutriff möglich. An allen anderen Feiertage ist das Schloss aber geöffnet. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Jahreszeit:

  • April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr | letzter Einlass: 17:30 Uhr
  • November bis März: Dienstag bis Sonntag 11:00 – 16:00 Uhr | letzter Einlass: 15:30 Uhr

Die Anfahrt zum Schloss ist am einfachsten Über die Autobahn A9 möglich. An der Abfahrt Schleiz fährt man Richtung Saalburg und erreicht nach wenigen Kilometern die Burganlage. Die Strecke ist gut ausgeschildert, man kann sich daran orientieren. Das Schloss ist leider nur mit dem eigenen Fahrzeug gut zu erreichen. Nahverkehr gibt es kaum. Oberhalb der Schlossanlag gibt es einen großen Parkplatz für Besucher, nach wenigen Laufminuten ist man dann am Schloss.

Für die Fahrt mit dem Navigationssystem sollte man folgende Adresse nutzen:

Museum Schloß Burgk
Ortsstraße 17
07907 Burgk

Eintrittspreise

Die Eintrittspreise wurden im Jahr 2016 erhoben und gestalten sich wie folgt:

Eintritt Museum

  • Erwachsene 6,00 Euro
  • Ermäßigt (Auszubildende, Studenten, Rentner, Leistungsempfänger nach SGB II, III, XII und Asyl-bLG, Schwerbehinderte, Schwerbeschädigte, Wehr- und Ersatzdienstleistende) 5,00 Euro
  • Schüler bis 13.Klasse 2,50 Euro
  • Kinder unter 6 Jahre frei

Für Familien gibt es eine Familinekarte. Diese kostet 15 Euro und bezieht sich auf die Eltern mit 2 oder mehr schulpflichtigen Kindern.

Bei Veranstaltungen können diese Preise abweichen, hier wird häufig auch bereits für das Betreten der Burganlage Eintritt kassiert.

Vermietung und Veranstaltungen

Fast alle historischen Säle auf Schloss Burgk können angemietet werden. Voraussetzung dafür ist, dass keine anderen Veranstaltungen dort bereits geplant sind. Der größte Saal ist dabei der Rittersaal mit Platz für etwa 200 Personen. Kleinere Räume sind auch vorhanden, bspielsweise bietet der Musiksalon etwa Platz für 20 Personen.

Preise und Verfügbarkeit sollte man direkt im Schloss anfragen:

  • Telefon: 03663 / 400119
  • Fax:        03663 / 402821 (geschaltet während der Öffnungszeiten)
  • E-Mail:   museum(at)schloss-burgk.de

Kapelle und Orgel

Die Schlosskapelle im zweiten Geschoss der Burg erstreckt sich über zwei Etagen und bietet seit 1742/43 eine historische Orgel von Gottfried Silbermann die auch heute noch komplett erhalten ist. Das komplette Portät der Orgel gibt es hier.

In der Kapelle werden heute noch zahlreiche Stücke gespielt und es gibt ein fortlaufendes Programm mit Veranstaltungen. Man kann den Klang der Orgel damit auch heute noch genießen.

Filmkulisse

Aufgrund seines gute Zustandes und der vollständigen Innenausstattung war Schloss Burgk immer wieder Kulisse für zahlreiche Filme sowohl in der DDR als auch darüber hinaus.

  • 1968: Im Himmel ist doch Jahrmarkt (DEFA)
  • 1969: Du bist min. Ein deutsches Tagebuch. (DEFA-Dokfilm)
  • 1970: Die Mutprobe (DFF)
  • 1973-75: Das Wasserschloß, 3. Teil des Fernsehfilms Das unsichtbare Visier (DDR-Fernsehen)
  • 1975: Til Eulenspiegel (DEFA)
  • 1980/81: Retter, Rächer und Rapiere (DDR-Fernsehen)
  • 2005: Abenteuer Mittelalter – Leben im 15. Jahrhundert (MDR)
  • 2006: Galileo (Pro 7)
  • 2013: Die goldene Gans (Märchenfilm) (ZDF)

(zitiert nach Wikipedia)

Der Saaleturm

Die Gemeide Burgk errichtete in der Ortschaft 2010/11 eine weitere Sehenswürdigkeit: den 43 Meter hohen Saaleturm, der auf der Aussichtsplattform eine beeindurckende Überblick über die Saaleschleife als auch auf Schloss Burgk bietet.

Der Turm hat 192 Stufen und wurde Ende Mai 2011 eingeweiht. Die Sichtweite vom Turm beträgt bei schönem Wetter bis zu 32 32 Kilometer. Der Turm selbst hat aber mit der Schlossanlage nichts zu tun.

Video: mit der Drohne rund um Schloss Burgk

BILD:

Titel: CC BY norud @wikimedia

Content: CC BY liesel @wikimedia

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