Wenn der Fuchs zum Nachbarn wird: Ungewöhnliches Verhalten in Hermsdorf sorgt für Aufsehen

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Ein junger Fuchs hat am vergangenen Sonntag in Hermsdorf für erstaunte Gesichter und mehrere behördliche Einsätze gesorgt. Das Tier präsentierte sich von einer ungewöhnlich zutraulichen Seite und stellte die Passanten sowie die zuständigen Behörden vor eine Herausforderung.

Fütterung führt zum Verlust der natürlichen Scheu

Die erste Meldung erreichte die Einsatzkräfte am Vormittag. Zeugen berichteten, dass sich ein junger Fuchs im Bereich des Freiheitparks aufhielt und dabei keinerlei Fluchtdistanz gegenüber Menschen zeigte. Er bewegte sich direkt in der Nähe von Passanten, ohne Anzeichen von Verletzungen oder Krankheiten zu zeigen.

Nach eingehender Begutachtung vor Ort kamen die Einsatzkräfte zu dem Schluss, dass es sich hierbei höchstwahrscheinlich um eine Verhaltensanpassung handelt: „Das Tier ist durch die wiederholte Fütterung durch Menschen an seine Umgebung gewöhnt und hat seine natürliche Scheu vollständig verloren“, so die Einschätzung der Experten. Das Ordnungsamt sowie die Untere Jagdbehörde wurden umgehend über die Vorkommnisse informiert.

Zwischenstopp unterm Auto

Dass diese mangelnde Scheu für den Fuchs und die Anwohner gefährlich werden kann, zeigte sich am Nachmittag desselben Tages. Der Fuchs tauchte erneut auf – diesmal hatte er es sich unter einem geparkten Pkw gemütlich gemacht. Die Fahrzeughalterin war verständlicherweise beunruhigt und wagte es zunächst nicht, ihr Fahrzeug zu starten. Erst als der Wagen schließlich sehr langsam in Bewegung gesetzt wurde, trabte der Fuchs seelenruhig und vollkommen unverletzt unter dem Auto hervor.

Dringender Appell der Behörden: Wildtiere nicht füttern

Die Behörden nutzen diesen Vorfall, um noch einmal eindringlich an die Bevölkerung zu appellieren. Wildtiere wie Füchse sollten grundsätzlich nicht gefüttert werden.

Der Hintergrund ist ernst: Werden Wildtiere an menschliche Nahrung gewöhnt, verlieren sie ihre angeborenen Überlebensinstinkte. Anstatt sich in der Natur ihre Nahrung zu suchen, werden sie zu „Stadtbewohnern“, die in Siedlungen nach Futter suchen. Das bringt die Tiere in unmittelbare Gefahr – sei es durch den Straßenverkehr oder durch Konflikte mit Haustieren und verängstigten Menschen. Ein „zahmer“ Fuchs ist in der Natur selten ein Überlebenskünstler, sondern vielmehr ein Tier, das seine natürliche Bestimmung verloren hat.

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