Erfurt: CO2-Emissionen sollen bis 2050 um 80 Prozent sinken

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Anlässlich eines Treffens am Runden Tisch zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“ erläuterte Kathrin Hoyer, Beigeordnete für Umwelt, Kultur und Sport, vergangenen Freitag in Erfurts Partnerstadt Lille das ehrgeizige Klimaschutzkonzept der Landeshauptstadt, das langfristig bis 2050 eine Reduzierung der CO2 Emissionen um mindestens 80% gegenüber 2008 vorsieht.

Eingeladen hatte Martine Aubry, die engagierte Rathauschefin in Lille, die der Überzeugung ist, dass Klimawandel und Umweltzerstörung der Ursprung der wichtigsten Herausforderungen sind, denen sich Europa und die Welt stellen muss. „Sie betreffen das Wohlergehen und die Gesundheit unserer Bevölkerungen, die Sicherheit unserer Ernährung und die weltweiten Wanderungsströme“, so Aubry, die zuversichtlich ist, dass gerade die Kommunen mit lokalen Maßnahmen entscheidend dazu beitragen können, die Situation zu verbessern oder innovative und verbindende Praktiken zu entwickeln. Um dies zu manifestieren und einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, hatte die Stadt Lille einen Runden Tisch, zu dem alle 15 Partnerstädte, darunter Erfurt und Köln, geladen waren, organisiert.

Hoyer hatte dort vor ihren Amtskollegen aus der Ukraine, den Niederlanden, England und Senegal dargelegt, auf welche Weise Erfurt zunehmend Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Da die Städte in der Regel an physische und physikalische Grenzen stoßen, seien die Möglichkeiten, z. B. für Windkraft, begrenzt. Daher habe Erfurt vor allem auch Dächer und mögliche Brachflächen für Photovoltaik-Anlagen identifiziert und schon 2012 ein Solarkataster, mit dessen Hilfe die Bürger sehen können, inwieweit ihr Dach für solare Energieerzeugung in Frage kommt, eingeführt. „Wenn man einen Blick in das Solarkataster wirft“, so Hoyer, „stellt man fest, dass in Erfurt das Solarpotenzial noch nicht ausgeschöpft wird“. Dabei seien doch die Anschaffungskosten für Photovoltaik-Anlagen aktuell niedrig und mit „Solar Invest“ stünde ein attraktives Förderprogramm des Thüringer Umweltministeriums zur Verfügung.

Damit nun auch Mieter profitieren können, die bis zu dem neuen Bundesgesetz zur Förderung von Mieterstrom im Jahr 2017 von der Energiewende faktisch ausgeschlossen waren, wurde vor kurzem das erste staatlich geförderte Mieterstromprojekt in Erfurt eingeweiht, vermittelte Erfurts Umweltbeigeordnete. Außerdem tragen die Aktivitäten der ersten Erfurter Energiegenossenschaft mit mittlerweile über 90 Mitgliedern ebenfalls zur gemeinsamen und nachhaltigen Erzeugung und Verwendung von Energie in Erfurt sowie der regionaler Wertschöpfung vor Ort bei. „Erfurt muss sich auch im überregionalen Vergleich nicht verstecken“, betont Kathrin Hoyer. Mit über 1340 Anlagen im Stadtgebiet steht die Stadt an der Spitze vergleichbarer Städte und bei der installierten Leistung und dem erzeugten EEG Strom auf dem 2. Platz. Der Anteil der durch Photovoltaik-Anlagen erzeugten Strommenge an der Gesamtmenge der erneuerbaren Energien beträgt über 50 Prozent.

Der offizielle Besuch wurde von einem kulturellen Programm umrahmt, mit dem Lille und Erfurt u. a. auch das 30. Jubiläum ihrer historischen Partnerschaft begingen. So wurde in einem Gemeinschaftsprojekt, an dem auch der Erfurter Künstler Patrick Föllmer mitwirkte, die Kirche St.-Marie Madeleine mit einer Europa-Projektion beleuchtet. Ebenfalls eröffnet wurde im Rahmen des Festivals der Solidarität das Kinderfilmprogramm „Von Flügeln und Filmen“, das in Zusammenarbeit mit der Deutsche Kindermedienstiftung Goldener Spatz in Erfurt, dem Festival aus Leeds und dem Goethe Institut in Lille entstand.

Quelle

 

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