Jena: Die Guten treten mit „links-grün-versiffter Gutmenschenliste“ zur Stadtrats-Wahl an

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Wie die Regionalpartei DIE GUTEN am Montag bekannt gab, wird die Partei zum dritten Mal in Folge an der Jenaer Kommunalwahl teilnehmen. Für die Wahl am 26. Mai 2019 nominierte die Partei in einer Versammlung am vergangenen Samstag 15 Kandidat*innen.

Die Liste ist wie üblich von einem jungen Durchschnittsalter geprägt. Auch der Frauenanteil von 60% weicht deutlich von den Vorschlägen der konkurrierenden Parteien ab. Martin Michel (Mitglied Jenaer Stadtrat – DIE GUTEN) zeigte sich darüber erfreut:

„Mit einer Liste junger Menschen und einer geschlechtergerechten Listenaufstellung sind wir hervorragend für den kommenden Wahlkampf aufgestellt. Unser Listenvorschlag spiegelt das junge, alternative, quirlige Jena wieder. Man könnte auch ironisch sagen eine links-grün-versiffte Gutmenschenliste. Das war uns in Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks sehr wichtig.“

Die designierte Spitzenkandidatin Anne Neumann zeigte sich von der Breite der gekürten Kandidat*innen überzeugt. Neumann berichtete nach der Versammlung

„Unser Listenvorschlag kennzeichnet sich durch diverse Lebensentwürfe und Biographien. Vom Hausmann bis zum Geschäftsführer ist alles dabei. Diese Vielfalt macht die links-alternative Szene aus und zeigt sich auch in unserem Wahlvorschlag.“

Die vollständige Liste

  1. Anne Neumann (Studentin)
  2. Felix Tasch (Volkskundler)
  3. Katharina van Stein (Wissenschaftliche Mitarbeiterin UKJ)
  4. Martin Michel (Selbstständiger Einzelhändler)
  5. Kirsten Limbecker (Soziologin und Erlebnispädagogin)
  6. Nico Heinrich (Hausmann)
  7. Lysett Wagner (Doktorantin)
  8. Mike Niederstraßer (studentischer Rechts- und Prüfungsberater)
  9. Sarah Godding (Studentin)
  10. Oliver Schubert (Geschäftsführer Café Wagner / Soziologe)
  11. Lydia Hoffmann (Grundschul Referendarin)
  12. Martin Neumeister (Taxifahrer)
  13. Mahin Caliskan (Studentin Soziale Arbeit)
  14. Karimah El-Giamal (Casting Director)
  15. Sophia Kummle (Studentin)

Die Partei strebt bei der kommenden Wahl das erstmalige erreichen der Fraktionsstärke (mindestens drei Stadträt*innen) an. So wolle man „eine Kraft gegen die AfD und auch gegen eine neo-liberale Stadtpolitik im Rat“ sein. „Wir wollen eine Mehrheit linker Parteien im Stadtrat erhalten, so könnten konstruktive Diskussionen mit dem neu gewählten FDP-Bürgermeister entstehen“, so Felix Tasch (Listenplatz 2, ehemals Vorstand Studierendenrat FSU-Jena).

Betrübt zeigte sich eine Teilnehmer*in der Versammlung, dass eine Vertreter*in des Wagenplatzes nicht aufgestellt werden konnte. Durch die Vertreibung des Wagenplatzes durch den Oberbürgermeister Thomas Nietzsche musste die designierte Kandidatin ihren Hauptwohnsitz aus der Stadt verlegen. Eine Kandidatur war so ausgeschlossen.

„Wir werden uns dem Thema Wagenplatz und alternative Wohnformen aber ausgiebig im gerade diskutierten Kommunalwahlprogramm widmen.“

Thematisch lässt die Partei durchblicken, dass sie sich im entstehenden Kommunalwahlprogramm auf Gentrifizierungs- und Raumprobleme konzentrieren wird. Unter dem Motto „Jena bleibt“ sollen Akzente für eine soziale Stadt gesetzt werden.

„Mit Schlagworten wie Radaue bleibt, Insel bleibt, die Kleingärten bleiben, Geburtshaus bleibt und Südkurve bleibt kann man die aktuellen Diskussionen schon recht gut zusammenfassen. Wir stellen soziale Fragen in den Vordergrund und wollen diese mit ökologischen Problemen zusammen denken. Anpassungsstrategien an den Klimawandel verbunden mit einer Lösung des kaputten Mietmarktes in der Stadt sind die drängendsten Probleme“, so Martin Michel (Listenplatz 4).

Auch die Frage nach einer Rekommunalisierung und Demokratisierung von Jenawohnen ist in der Diskussion. „Wenn sich der Konzern Jenawohnen als Werkzeug zur Entschärfung der Mietpreisspirale nutzen lässt, werden wir das tun. Die Stadt darf kein treibender Teil von unsozialen Mietpreisexplosionen sein.“ so eine Sprecherin der Partei.

Die Guten werden auch in 6 Ortsteilen mit eigenen Ortsteilbürgermeisterkandidat*innen antreten diese sind:

  • Wenigenjena / Kernberge: Martin Michel
  • Jena-Nord: Felix Tasch
  • Jena-Zentrum: Kirsten Limbecker
  • Jena-West: Sarah Godding
  • Süd: Mike Niederstraßer
  • Neu-Lobeda: Nico Heinrich

 

Quelle

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