Wenn die Polizei zu politisch motivierten Schmierereien gerufen wird, gehören Sprühdosen, Eddings oder Lackfarben zum traurigen Alltag der Beamten. In Stadtroda im Saale-Holzland-Kreis griff ein bislang unbekannter Täter am Dienstagmorgen jedoch zu einer äußerst ungewöhnlichen Methode, die selbst erfahrene Polizisten ungläubig zurückließ.
Auf einem Schotterweg im Stadtgebiet wurden zwei verbotene Hakenkreuze entdeckt, jeweils in einer Größe von etwa 40 mal 40 Zentimetern. Das verwendete Material gab den Einsatzkräften vor Ort zunächst Rätsel auf, da es so gar nicht zu den typischen Mustern der politisch motivierten Kriminalität passte.
Ermittlungen im Frühstücksregal
Nach genauerer Betrachtung und einigen ungläubigen Blicken der Beamten stand das skurrile Ergebnis fest: Der Täter hatte für die verfassungsfeindlichen Symbole keine Farbe verwendet, sondern eine Packung Erdnussbutter aus dem Lebensmittelregal.
Auch wenn die Aktion aufgrund des abgelegenen Fundortes kaum öffentlichkeitswirksam war, versteht die Justiz bei solchen Symbolen keinen Spaß. Die Polizei leitete umgehend ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein.
Spurensuche erschwert, Reinigung erleichtert
Während die Ermittler nun versuchen, dem Täter auf die Spur zu kommen, gestaltete sich die Schadensbeseitigung in diesem Fall erfreulich unkompliziert. Statt teurer Spezialreiniger oder Sandstrahler reichte in diesem Fall eine einfache Reinigung: Die klebrige Substanz konnte von dem Schotterweg schlicht und rückstandslos mit Wasser weggewaschen werden.


