Eisenach: Baustart für den Kunstrasenplatz im Sportpark Katzenaue

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Die vorbereitenden Arbeiten für den neuen Kunstrasenplatz im Sportpark Katzenaue haben begonnen. Bürgermeister Dr. Uwe Möller überzeugte sich heute (1. August) vor Ort vom Umbau des bisherigen Hartplatzes. „Der neue Kunstrasenplatz ist ein erster wichtiger Baustein, um die Bedingungen für die Sportvereine der Stadt zu verbessern. Damit erhalten die Eisenacher Sportler endlich die modernen Bedingungen, die sie benötigen“, betonte Dr. Möller.

Bis der Kunstrasen – er ist vergleichbar mit einem Teppich – ausgerollt wird, dauert es noch ein bisschen. Christian Bätzel (Hochbauingenieur des Amtes für Tiefbau und Grünflächen der Stadtverwaltung Eisenach) erläuterte, dass seit Mitte Juli zunächst die Baustelle der Firma Schneider Bau GmbH aus Eisenach eingerichtet und die alte Flutlichtanlage sowie die Torfundamente abgebaut worden sind. „Wir gehen im Optimalfall davon aus, dass der Kunstrasenplatz sowie die gesamte Anlage noch in diesem Jahr fertig werden“, sagte Bätzel. Für die Planung und Umsetzung ist das Büro Casparius Architekten & Ingenieure aus Erfurt zuständig. Es hatte bereits die Planung und Realisierung des Umbaus und der Sanierung der Stadionanlage im Jahr 2010 und der Außensportanlage an der Medizinischen Fachschule im Jahr 2017 übernommen.

Der Bürgermeister erinnerte an den langen Weg bis hin zur Bewilligung der notwendigen Fördermittel. Rund 830.000 Euro kostet der Umbau des Sportparks zu einem Fußball-Großspielfeld. Mit knapp 332.000 Euro bezuschusst das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport dieses Vorhaben. Die Stadt steuert aus Haushaltsmitteln des Jahres 2018 eine Summe von rund 498.000 Euro bei.

Entlastung der Sportvereine durch künstliches Grün

Gerade im Kinder- und Jugendfußball haben die Eisenacher Fußballklubs einen enormen Zulauf und können diesen Bedarf mit den zur Verfügung stehenden Naturrasen-Plätzen und den Hallen kaum noch abdecken. Den Kunstrasenplatz können die Fußballvereine dann grundsätzlich ganzjährig nutzen, mit Ausnahme der Zeiten mit Schnee und Frost. „So können die Kicker künftig im Herbst bei widrigen Bedingungen auf den Kunstrasenplatz auszuweichen und auch im Frühjahr wieder zielgerichtet mit dem Training beginnen“, so Dr. Möller. Jeder Fußballverein kann seine Hallenzeiten prüfen und eventuell die eine oder andere Zeit für andere Sportvereine im Winterhalbjahr zurückgeben. Dies würde indirekt auch die Sporthallen entlasten und letztlich profitieren auch die Schulen von diesem zusätzlichen Angebot. Den neuen Kunstrasenplatz – und in der nächsten Ausbaustufe auch den Allwetterplatz – können sie in Zukunft mit in die Schulsportplanung einbeziehen.

Die Vorteile eines Kunstrasenplatzes liegen auf der Hand. „Er ist pflegeleicht, wetterfest und die Verletzungsgefahr ist geringer, da Bewegungen besser abgefedert werden“, erklärte Christian Bätzel. Kunstrasen ist in der Herstellung vergleichbar mit einem Teppich. Einzelne Fasern bilden die Rasenhalme und diese sind in einem Tuch getuftet. Die Garne bestehen aus Kunststoffen. Kunstrasen wird auf Rollen geliefert und verlegt, meist mit einer Breite von ein bis vier Metern. In der Regel wird nicht direkt auf den Asphalt oder Sandboden verlegt, sondern es kommt eine Elastikschicht aus Gummigranulat unter den Rasenteppich. Im Fall des Sportparks werden nach Fertigstellung der Fundaments und der Flächendrainage, der Ballfangzaun, die Flutlichtanlage sowie die Pflasterflächen erstellt. Parallel hierzu erfolgt die Erstellung des Planums auf dem im Anschluss die Elastikschicht sowie der Kunstrasen verlegt werden. Zum Abschluss wird dieser dann mit Quarzsand und einem Kork-Granulat verfüllt.

Ein weiteres Plus des künstlichen Grüns liegt in der Pflege. Beschädigungen und abgenutzte Stellen wie beispielsweise Elfmeterpunkt und Torräume können sehr einfach ausgetauscht werden. Jeder Teilbereich kann einfach herausgeschnitten und durch ein neues Kunstrasenstück ersetzt werden. Die Pflegekosten pro Jahr sind bei einem Kunstrasen erheblich niedriger als bei einem Naturrasenplatz.

Wenn der Sportpark Katzenaue generalüberholt ist, werden den Sportlern für Trainings- und Wettkampfzwecke ein 90 Meter langes und 60 Meter breites Großspielfeld mit Kunststoffrasen mit einer neuen Flutlichtanlage zur Verfügung stehen. Die Kunstrasenfläche wird ein Großfeldplatz, aber etwas kleiner als der jetzige Hartplatz, so dass daneben in Richtung Rollschnelllauf-Bereich eine Multifunktionsfläche entstehen soll, die für den Übergang als öffentlicher Bolz- und Sportplatz genutzt werden kann. Der Kunstrasenplatz wird umzäunt, erhält Flutlicht und Ballfangzaun, aber keine Tribünen, weil er vor allem für das Training beziehungsweise Spiele von Jugendmannschaften und im unterklassigen Bereich gedacht sein soll.

Weitere Planungen:
Erst danach kommen das Stadion und die Fläche der Rollschnellläufer an die Reihe. Am Stadion sollen ein Fitness-Stützpunkt, ein Fitness-Parcours, eine Konditionstreppe und neue Sanitärbereiche entstehen. Die angrenzende Rasenfläche soll für die Wurfsportarten für den Schulsport hergerichtet werden. Im Bereich des Hartplatzes und der Rollschnellläufer-Fläche sind Vereinsheim und Parkplätze geplant. Alles nach und nach, wenn das Geld da ist. Für die nächsten Projekte sollen im September Fördermittelanmeldungen beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gestellt werden. Die Zufahrt erfolgt über eine neue Straße, die direkt an der Werner-Aßmann-Halle entlang führt. Die jetzige Straße an der Uferböschung der Hörsel wird aus Gründen des Hochwasserschutzes dort nicht bleiben dürfen. Die genaue Straßenführung steht allerdings noch nicht fest, sie wird erst im Zuge der Hochwasserschutzplanung festgelegt. Die nahegelegene Anlage der Skateboarder und Inline-Skater bleibt, wo sie ist, ist aber nicht Bestandteil von Planungen in der Konzeption.

Quelle

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