Erfurt: weniger Streunerkatzen in 2019 festgestellt

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Der Gesundheitszustand der Streunerkatzen in Erfurt hat sich im Jahr 2019 erneut verbessert. Die Anzahl der unkastriert eingefangenen Tiere hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert.

Streunerkatzen vermehren sich natürlicherweise rasant und leiden häufig unter vielfältigen, teils sehr schwerwiegenden Erkrankungen. Nachdem die seit Jahren in Erfurt durchgeführten Kastrationen solcher Katzen weder zu einer Abnahme der Gesamtzahl noch zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes dieser Tiere geführt hatte, wurde am 2. Januar 2017 in ganz Erfurt eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen im Stadtgebiet Erfurt einschließlich aller Ortsteile erlassen. Reine Stubentiger sind von der Verpflichtung nicht betroffen.

Nach den Erhebungen durch Tierschutzverein und Veterinäramt hat sich der Gesundheitszustand der an den Futterstellen eingefangenen Tiere im Zeitraum von 2017 bis 2019  gegenüber dem gleichen Zeitraum vor Inkrafttreten der Verordnung deutlich verbessert. In den Jahren 2015 und 2016 wurden noch gerade 45 Prozent der eingefangenen, freilebenden Katzen durch den behandelnden Tierarzt als klinisch gesund beurteilt. In den Vergleichszeiträumen nach Inkrafttreten der Verordnung stieg diese Quote von 48 Prozent in 2017 über 58 Prozent in 2018 auf nunmehr 67 Prozent. Auch die Anzahl der mehrfach, meist schwer erkrankten Tiere nahm in diesem Zeitraum sehr deutlich von 27 auf nunmehr 7,6 Prozent ab. Die Zahl der durchgeführten Kastrationen freilebender Katzen nahm von 136 im Jahr 2018 auf nunmehr 77 im Jahr 2019 ab. Dies ist als großer Erfolg zu werten, wenn man bedenkt, dass im Jahren 2015 und 2016 noch 236 bzw. 184 Kastrationen jährlich durchgeführt und finanziert werden mussten.

„Der verbesserte Gesundheitszustand der eingefangenen Streuner zeigt, dass die Ziele der Verordnung in Verbindung mit dem fortgeführten Kastrationsprogramm in den vergangenen drei Jahren erreicht wurden“, schätzt Dr. Ulrich Kreis, Amtstierarzt der Stadt Erfurt, ein.

Der Aufwand des Tierschutzvereins wurde auch im Jahr 2019 durch die Stadtverwaltung mit 3.000 Euro unterstützt. Die Auszahlung des Betrages erfolgte gemäß dem bestehenden Vertrag nach Vorlage von Rechnungen von Tierärzten über durchgeführte Kastrationen in gleicher Höhe. Diese Unterstützung wird auch im Jahr 2020 in dieser Höhe fortgesetzt. Darüber hinaus kamen dem Tierschutzverein Mittel nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von nicht investiven Maßnahmen des Tierschutzes in Thüringen sowie wieder private Spenden für die Kastrationstätigkeit zugute.

Die Erfolge zeigten, dass die Bestimmungen der Katzenschutzverordnung in der bisherigen Form konsequent weiter umgesetzt und alle Freigänger wie bisher von ihren Frauchen und Herrchen kastriert werden müssten. „Mit dem ehrenamtlichen Engagement des Tierschutzvereins und der konsequenten Umsetzung rechtlicher Möglichkeiten durch die Verwaltung sind wir weiterhin auf einem guten Weg, die Not der Streunerkatzen nachhaltig einzudämmen“, resümiert der Amtstierarzt.

Quelle

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