Thüringen plant „Impfturbo“ für Kinder und Jugendliche

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Sicheren Schulbetrieb ermöglichen – Impfturbo für Jugendliche und Kinder jetzt vorbereitenHelmut Holter, Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport schreibt dazu:

Der erste Impfstoffproduzent hat angekündigt, dass die Impfung von Jugendlichen und später auch von Kindern gegen das SARS-CoV-2-Virus in greifbare Nähe rückt. Schon in wenigen Wochen könnten Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft werden. Diese Chance müssen wir nutzen!

Thüringen und die Bundesrepublik müssen sich jetzt darauf vorbereiten. Wir müssen, wenn es soweit ist, einen speziellen Impfturbo für die junge Generation zünden.

Wenn es uns gelingt, Kinder und Jugendliche schnell und möglichst zahlreich zu impfen, können wir nicht nur die Pandemiebekämpfung entscheidend voranbringen. Denn nun kann eine weitere große Bevölkerungsgruppe geimpft werden, die in den bisherigen Impfstrategien keine Rolle gespielt hat. Noch viel wichtiger aber: Die Impfung von Kindern und Jugendlichen ist der entscheidende Schritt heraus aus der Logik von Schulschließungen und Massenquarantäne zur Pandemiebekämpfung. Gelingt die schnelle Impfung vieler Kinder und Jugendlicher schon in diesem Sommer, können wir vielleicht schon das neue Schuljahr unter viel besseren Vorzeichen beginnen – ein Zustand, den Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern nach langen und entbehrungsreichen Monaten sehnlich erwarten. Die Impfung weist den Weg in die Normalität nach Corona.

Mit der erwarteten wesentlichen Verbesserung bei der Versorgung mit Impfstoff in den nächsten Wochen können wir dieses Ziel erreichen. Sobald vulnerable Gruppen und andere Prioritätsgruppen Impfangebote erhalten haben, muss die Priorität umschwenken. Wenn es eine verlässliche und medizinisch tragfähige Impfstoffzulassung für sie gibt, sollten Kinder und Jugendliche Vorrang bei der Impfstoffversorgung bekommen. Sie haben mit die größte Last der Pandemie getragen. Und sie haben in besonderer Weise ein Grundbedürfnis, schnell zu einem normalen Leben zurückkehren zu können. Dafür werde ich mich als Thüringer Bildungsminister einsetzen, in Thüringen, in der Kultusministerkonferenz und gegenüber dem Bund.

Kommt die Anerkennung des ersten Impfstoffs für Jugendliche bereits, wie kühn prognostiziert, im Juni, dann bleiben wenige Wochen. Diese Wochen sollten wir nutzen. Wir müssen uns vorbereiten. Wir müssen dieses komplexe Thema diskutieren und nach den besten Wegen und Organisationsformen suchen, um vielleicht schon bis zum Beginn der Sommerferien möglichst vielen Kindern und Jugendlichen in Thüringen die erste Impfdosis verabreichen zu können.

Ich habe unseren Ministerpräsidenten Bodo Ramelow gebeten, schnellstmöglich einen Kinder-Impfgipfel für Thüringen einzuberufen, um die praktischen Fragen des Impfturbos für Kinder und Jugendliche schnell zu diskutieren und zu klären.

  • Welche Strukturen benötigen wir, um schnell viele Kinder und Jugendliche impfen zu können?
  • Welches Impfstoffmanagement ist dafür nötig?
  • Wie können Elternberatung und -aufklärung so organisiert werden, dass rechtskonforme freie Entscheidungen für das Impfen ermöglicht werden und gleichzeitig große Gruppen schnell geimpft werden können?
  • Welche Rolle können Schulen bei der Umsetzung spielen?

Die Impfung von zehn- bis hunderttausenden Kindern in unserem Bundesland innerhalb weniger Wochen ist eine Herkulesaufgabe, die so seit langem nicht unternommen worden ist. Um der Bildung und freien Entfaltung unserer Kinder willen müssen wir sie jetzt gemeinsam bewältigen.

Quelle

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