Eurobarometer-Umfrage: Deutsche sind optimistischer als 2020

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Die Deutschen blicken deutlich optimistischer auf die Zukunft der EU als im letzten Jahr. Das geht aus der jüngsten Eurobarometer-Befragung von Juni und Juli hervor. Demnach schätzen 67 Prozent der Befragten in Deutschland die Zukunft der EU optimistisch ein, 5 Prozentpunkte mehr als im Sommer letzten Jahres. Auch im EU-Durchschnitt hat der Optimismus zugenommen, um 6 Prozentpunkte auf 66 Prozent. Dies ist das beste Ergebnis seit Herbst 2009. Umwelt und Klimawandel sind für die meisten Deutschen die wichtigsten Themen für die EU, gefolgt von der Lage der öffentlichen Finanzen der Mitgliedstaaten und der Einwanderung. Auch auf Deutschland bezogen sind die dringlichsten Sorgen der deutschen Befragten die Umwelt und der Klimawandel. Weitere bestimmende Themen auf nationaler Ebene sind die Inflation und das Bildungssystem.13/09/2021

Die Umfrage lässt auch erkennen, dass der Zustand der Wirtschaft deutlich besser wahrgenommen wird: 69 Prozent der Deutschen beurteilt die Lage als „gut“, das sind 17 Prozentpunkte mehr als noch im Winter. Die Unterstützung für den Euro ist EU-weit stabil und befindet sich auf dem höchsten Stand seit 2004. Deutschland hat dabei weiterhin einen der höchsten Zustimmungswerte innerhalb der EU (82 Prozent).

Optimismus für die Zukunft der Europäischen Union

Der Optimismus für die Zukunft der EU hat seit Sommer 2020 stark zugenommen, wobei zwei Drittel der Befragten nun eine positive Einschätzung haben (66 Prozent, + 6 Prozentpunkte). Dies ist das beste Ergebnis seit Herbst 2009. Etwas mehr als drei von zehn Befragten sehen die Zukunft der EU pessimistisch (31 Prozent, -7 Prozentpunkte) – der niedrigste Stand seit 2009.

In 26 Mitgliedstaaten blickt eine deutliche Mehrheit optimistisch auf die Zukunft der EU, während in Griechenland die öffentliche Meinung weiterhin geteilt ist. Seit Sommer 2020 hat der Optimismus in 22 Ländern zugenommen, wobei Malta (75 Prozent, + 25), Italien (67 Prozent, + 18) und Portugal (76 Prozent, + 15) einen besonders starken Anstieg verzeichnen. Infolge dieser Veränderungen ist Optimismus inzwischen die Mehrheitseinschätzung in Italien (67 Prozent) und Frankreich (53 Prozent).

Image und Vertrauen in die EU

Nach einem starken Anstieg zwischen Sommer 2020 und Winter 2020-2021 bleibt das positive Bild der EU auf einem relativ hohen Niveau (45 Prozent) und ist die Mehrheitseinschätzung in 20 EU-Mitgliedstaaten (neutrales Image 38 Prozent, negatives Image 16 Prozent). Die höchsten Werte wurden in Irland (70 Prozent) und Portugal (62 Prozent) verzeichnet.

Fast die Hälfte aller Europäer/innen hat Vertrauen in die Europäische Union (49 Prozent). Dies ist der höchste Stand seit Frühjahr 2008. Das Vertrauen in die nationalen Regierungen ist leicht gestiegen (37 Prozent), während das Vertrauen in die nationalen Parlamente mit 35 Prozent unverändert bleibt.

Wichtigste Themen auf EU- und auf nationaler Ebene

Die wirtschaftliche Lage ist für 27 Prozent der Befragten (-8 Prozentpunkte im Vergleich zum Winter 2020-2021) das wichtigste Thema für die EU und steht damit erneut an der Spitze der genannten Anliegen. Umwelt und Klimawandel (zuvor Platz 4) teilen sich nun zweiten Platz (25 Prozent, + 5) mit dem Thema Zuwanderung (25 Prozent, + 7), gefolgt von den öffentlichen Finanzen der Mitgliedstaaten und dem Thema Gesundheit (beide auf Platz 4 mit jeweils 22 Prozent). Das Thema Gesundheit wird im Vergleich zum Winter 2020-2021, als es an erster Stelle stand, deutlich seltener genannt (22 Prozent, -16).

Auf nationaler Ebene bleibt die Gesundheit das wichtigste Thema, obwohl sie seit dem Winter 2020-2021 erheblich an Bedeutung eingebüßt hat (28 Prozent, -16). An zweiter Stelle steht hier die wirtschaftliche Lage, die von etwas mehr als einem Viertel der Befragten genannt wird (26 Prozent, -7).

Die derzeitige Wirtschaftslage und der Euro

Seit Winter 2020-2021 ist der Anteil der Befragten, die die wirtschaftliche Lage ihres Landes als „schlecht“ ansehen, deutlich zurückgegangen (-11), obwohl dies nach wie vor die Mehrheitsmeinung ist (58 Prozent).

40 Prozent der EU-Bürger/innen schätzen ihre nationale Wirtschaftslage nun als „gut“ ein – ein deutlicher Anstieg (+ 11) nach drei rückläufigen Umfrageergebnissen in Folge. Diese positive Einschätzung liegt jedoch weiterhin unter dem Wert, der im Zeitraum Frühjahr 2017 – Herbst 2019 gemessen wurde.

Die Wahrnehmung der derzeitigen Wirtschaftslage ist von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr unterschiedlich und reicht von 89 Prozent „gut“ in Luxemburg bis zu 9 Prozent derselben Einschätzung in Griechenland.

Die Unterstützung für den Euro ist im Euro-Währungsgebiet seit dem Winter 2020-2021 konstant geblieben und erreicht mit 79 Prozent ihren höchsten Stand seit 2004. Ein hoher Anteil der Befragten in der EU insgesamt, der konstant bei dem Spitzenwert von 70 Prozent liegt, teilt diese Auffassung.

Coronavirus-Pandemie und die öffentliche Meinung in der EU

Die Zufriedenheit mit den Maßnahmen der Europäischen Union zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie hat seit Winter 2020-2021 erheblich zugenommen: Mehr als die Hälfte der EU-Bürger/innen äußert sich mittlerweile „zufrieden“ (51 Prozent, + 8). Die Unzufriedenheit ist zurückgegangen (41 Prozent, -8), während 8 Prozent der Bürger/innen unschlüssig sind (konstanter Wert).

Die Zufriedenheit der Menschen mit den Maßnahmen, die ihre jeweilige nationale Regierung zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie ergriffen hat, ist ebenfalls deutlich gestiegen und wurde zur Mehrheitsmeinung (53 Prozent, + 10 seit Winter 2020-2021). 46 Prozent sind unzufrieden (-10), während 1 Prozent (konstant) keine Meinung haben.

Fast zwei Drittel der Europäer/innen vertrauen darauf, dass die EU in Zukunft die richtigen Entscheidungen über die Pandemie treffen wird (65 Prozent, + 6 seit Winter 2020-2021). In sämtlichen EU-Mitgliedstaaten ist dies die Ansicht der Mehrheit der Befragten.

Die Mehrheit der Befragten meint, dass „NextGenerationEU“, der Aufbauplan der EU, sich als wirksam zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie erweisen wird (57 Prozent, + 2 seit Winter 2020-2021).

Fast sieben von zehn Europäerinnen und Europäern gaben an, bereits zum Zeitpunkt der Erhebung im Juni/Juli geimpft gewesen zu sein, oder möchten so bald wie möglich gegen COVID-19 geimpft werden (69 Prozent), während 9 Prozent erklärten, sie würden dies gerne „irgendwann im Laufe des Jahres 2021“ tun.

Hintergrund

Die Standard-Eurobarometer-Umfrage vom Frühjahr 2021 (EB 95) wurde zwischen dem 14. Juni und dem 12. Juli 2021 in allen 27 EU-Mitgliedstaaten in Form von persönlichen und von Online-Befragungen durchgeführt. Einige Fragen wurden auch in zwölf weiteren Ländern oder Gebieten gestellt. In den 27 EU-Mitgliedstaaten wurden insgesamt 26.544 Befragungen durchgeführt.

Quelle

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