Erfurt: Plakatkampagne soll zur richtigen Nutzung der Biotonne informieren

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Plastiktüten im Biomüll, Gartenabfälle in der Hausmülltonne – die „Klassiker“ unter den Fehlern bei der Mülltrennung halten sich hartnäckig. Die Kommunale Wohnungsgesellschaft (KoWo), Stadtwerke und Stadtverwaltung wollen nun mit einer Plakatkampagne Mieterinnen und Mieter auf die richtige Nutzung der Biotonne aufmerksam machen.

Bioabfall ist ein wertvoller Rohstoff. Durch Kompostierung oder Vergärung wird er zu einem nährstoffreichen Dünger oder versorgt Boden und Pflanzen als Humus. Bei der Vergärung entsteht Biogas, das zur Stromgewinnung, als Kraftstoff oder zur Wärmeerzeugung genutzt wird. Somit spielt Biomüll als Energieträger eine wichtige Rolle, wenn es um nachhaltige Energiegewinnung geht. „Dieses große und oft unterschätzte Potenzial bleibt ungenutzt, wenn Biomüll nicht richtig entsorgt wird“, erklärt Erfurts Umweltbeigeordneter Andreas Horn und verweist auf die Ergebnisse der aktuellen Hausmüllanalyse: Rund ein Drittel von dem, was in der Landeshauptstadt im Restmüll landet, ist eigentlich kompostierbar. „Jede und jeder kann einen Beitrag leisten, indem organische Küchenabfälle und Gartenabfälle nicht über die schwarze, sondern die braune Tonne entsorgt werden“, so Horn. Positiver Nebeneffekt: Die Abfallgebühr kann sich reduzieren, wenn durch die Reduzierung von Abfällen eine kleine Hausmülltonne ausreicht.

Auch die KoWo ist dabei. „Wir unterstützen die Aktion ,Biotonne‘ seit vielen Jahren und rufen all unsere Mieter auf, den Biomüll sorgfältig zu trennen. Im Rahmen der Aktion haben wir auch in diesem Jahr ein Wohngebiet ausgewählt, in welchem wir das Entsorgungsverhalten verstärkt kontrollieren. In diesem Jahr ist es die Altstadt, wo auch die Häuser Juri-Gagarin-Ring 129 – 133 mit insgesamt 262 Wohnungen dazugehören“, informiert KoWo-Geschäftsführer Alexander Hilge. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich mit dem Start der Aktion und unserer aktiven Kommunikation ,Was gehört in den Biomüll‘ über unsere digitalen Haustafeln und der Information an unseren Mülleinhausungen das unsachgemäße Entsorgen verringert“, ergänzt Hilge.

Weiterhin landen im Biomüll auch zu oft angeblich „kompostierbare“ Plastiktüten oder gewöhnliche Plastikbeutel. Die erschweren nicht nur die Vergärung, sondern können auch verhindern, dass Biomüll als Kompost verwertet werden kann – denn genügt der den Qualitätsanforderungen nicht, darf er nicht auf Feldern eingesetzt werden. Auch der Hausmeister vor Ort, Steve König, hat Erfahrungen und spricht vom täglichen Leid: „Viele unserer Mieter trennen ihren Biomüll ordentlich, entsorgen diesen jedoch mit der Plastiktüte in die braune Tonne. Sehr oft nehme ich dann das Müllpäckchen und werfe es in die schwarze Tonne.“

Störstoffe im Biomüll erfordern einen höheren Sortieraufwand, der zusätzliche Kosten verursacht. „Das kann ohne großen Aufwand vermieden werden, indem Lebensmittelabfälle ohne Verpackung in der Biotonne entsorgt werden und auf Plastiktüten ganz verzichtet wird“, so Horn. „Auch auf solche, die laut Aufdruck für die Kompostierung gedacht sind. Der Zersetzungsprozess dauert viel zu lang.“

Geeignete Altpapier-Tüten werden weiterhin kostenlos von der Stadt Erfurt zur Verfügung gestellt. Jeder Haushalt erhält jährlich bis zu 50 Stück der 5-Liter-Tüten im Umweltladen in der Magdeburger Allee 34, auf den Wertstoffhöfen sowie im Umwelt- und Naturschutzamt in der Stauffenbergallee 18.

Quelle

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