Weimar: zukünftig sollen Wasserstoff-Busse fahren

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Stadtwirtschaft Weimar GmbH, TEAG und Bauhaus-Universität starten Projekt für Wasserstoffmobilität im ÖPNV: Land Thüringen und BMVI fördern H2-Herstellung und Fahrzeugpark.

Mit einer Förderung von rd. 3 Mio. Euro unterstützt das Thüringer Energieministerium die Anschaffung von Nahverkehrs-Bussen mit Wasserstoffantrieb in Weimar. Der Förderbescheid ist heute von Thüringens Energieministerin Anja Siegesmund in Weimar übergeben worden

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„Mit Höchsttempo raus aus der fossilen Energie, rein in innovative Technik und erneuerbare Energien aus der Region. Das ist der richtige Weg. Deswegen unterstützen wir gern dieses wegweisende Projekt. Hier wie überall in Thüringen geht es um emissionsfreien und klimafreundlichen Nahverkehr“, sagte Siegesmund heute in Weimar. Innerhalb der bald 30 in Thüringen vom Energieministerium geförderten E-Busse ist Weimar eine Premiere: Erstmals werden Wasserstoff-Brennstoffzellenbusse im Thüringer Nahverkehr auf die Straße kommen, so Siegesmund.

Ein weiterer Förderbescheid des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) in Höhe von 1,25 Mio. Euro zur Errichtung des Wasserstoffelektrolyseurs liegt bereits vor, der im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert wird.

Damit kann ein gemeinschaftliches H2-Projekt der Stadtwirtschaft Weimar GmbH (SW Weimar), TEAG Thüringer Energie AG und der Bauhaus-Universität Weimar starten. Die unterzeichnete Absichtserklärung sieht vor, dass der Wasserstoffelektrolyseur sowie eine H2-Tankstelle auf dem Gelände der SW Weimar in der Industriestraße entstehen sollen. Der Elektrolyseur wird ausschließlich mit grünem Strom betrieben, um in der Folge grünen Wasserstoff zu gewinnen.

Für die Grünstromerzeugung plant die TEAG auf Flächen der SW Weimar zudem den Bau einer Photovoltaikanlage. Vorgesehen ist zusätzlich die Nutzung der Abwärme des Elektrolyseprozesses zur Reduktion des fossilen Brennstoffeinsatzes zur Wärmeerzeugung vor Ort.

Bei den Nahverkehrs-Bussen und zukünftig auch einem Entsorgungsfahrzeug des Kommunalservice Weimar handelt es sich um H2-Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Bei dieser Antriebsformel wird der Wasserstoff nicht direkt als Energiequelle für Motoren genutzt, sondern mit dem über Brennstoffzellen erzeugten elektrischen Strom werden die Motoren der Fahrzeuge angetrieben.

Das H2-Mobilitätsprojekt für den Nahverkehr in Weimar ist die erste Kooperation von kommunalen Versorgungsunternehmen in Thüringen bei Wasserstoff-Infrastruktur. Oberbürgermeister Peter Kleine sieht noch mehr Potential für H2-Mobilität in Weimar:

„Wasserstoff kann nicht nur für saubere Mobilität, sondern auch für eine effiziente Versorgung mit Strom und Wärme und als Grundlage für alternative Treibstoffe oder als Prozessgas in der Industrie dienen. Es ist gut, wenn wir angesichts der aktuellen Herausforderungen im Energie-sektor neue Technologien aktiv vorantreiben.“

Für die SW Weimar ist der Einstieg in die wasserstoffbasierte Mobilität ein weiterer Schritt, neben der e-Nachtlinie, für eine Loslösung von Antriebskonzepten auf Erdöl- bzw. Mineralölbasis fossiler Herkunft. „Wir wollen sehen, wie sich die Anforderungen an Fahrzeuge des ÖPNV-Fuhrparks und der Stadtwirtschaft mit Wasserstoff als Energiequelle bewältigen lassen“, so Jörn Otto, Geschäftsführer der Stadtwirtschaft Weimar GmbH. „Perspektivisch könnten dann ganze Flotten mit grünem Wasserstoff unterwegs ein“.

TEAG-Vorstandssprecher Stefan Reindl betont die stark gestiegene Bedeutung Wasserstoffs als Energieträger. „Grüner Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft – er kann das Problem der fehlenden Speichermöglichkeit von Öko-Strom lösen. Darüber hinaus funktioniert mit Wasserstoff die sogenannte Sektorenkopplung hervorragend. Hier in Weimar installieren wir mit unserem H2-Projekt eine Mobilitätslösung für kommunalen Stadtverkehr. Der Wasserstoff kann aber auch in der Wärmeerzeugung für Wohnungen, zur Stromerzeugung oder als Prozessenergie in der Wirtschaft eingesetzt werden“. Zudem sei Wasserstoff ganz aktuell ein Weg, um sich mittelfristig von Energieimporten insbesondere aus Russland zu lösen, so der TEAG-Vorstandssprecher weiter.

Bauhaus-Universität Weimar als wissenschaftliche Begleiterin

Zur wissenschaftlichen Unterstützung konnte die Bauhaus-Universität Weimar als Projektpartner gewonnen werden. Die Bauhaus-Universität bringt ihre Expertise u.a. bei der Labor-Simulation der Fahrweise des Elektrolyseurs ein. Eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet umweltfreundlicher Mobilität besteht mit der Weimarer Hochschule bereits länger. So beruht der Ausbau des kommunalen Ladenetzes für E-Mobile in Thüringen seit 2017 auf Verkehrsflussplanungen der Fachleute der Bauhaus-Universität.

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