Erfurt: Nashornkühe Stella und Lottie wieder im Nashornhaus

0
125
Nashorn
Nashorn

Der Thüringer Zoopark Erfurt hat wieder Breitmaulnashörner. Die beiden Nashornkühe Stella und Lottie leben sich derzeit in ihrem neuen Zuhause ein und jeden Tag lernen die Zoomitarbeiter sie ein bisschen besser kennen. Ab nächster Woche soll auch das Haus wieder für Besucher begehbar sein.

Bevor die beiden in den Zoopark gekommen sind, wurden die vergangenen acht Monate dazu genutzt, das Haus in fünf Schritten umfassend zu desinfizieren. Es wurden zudem sämtliche Holzoberflächen und alle Wände behandelt. Das von den plötzlich verstorbenen Nashörnern Tayo und Marcita übrig gebliebene Futter wurde entsorgt und die Tränkenanlage gereinigt und umgebaut. Außerdem sind alle Besen, Schaufeln, Schubkarren und Bürsten neu angeschafft worden. Ab sofort wird es eine noch strengere Futterüberwachung geben. Stella und Lottie sind momentan unter täglicher tierärztlicher Beobachtung und sogar nachts werden sie videoüberwacht.

Dennoch steht die Frage im Raum, warum der Zoopark neue Nashörner geholt hat, obwohl die Todesursache von Tayo und Marcita noch nicht abschließend geklärt ist. Dazu nimmt der Zoo nun Stellung.

Die Untersuchungen zum Tod der beiden im Februar 2022 verstorbenen Nashörner sind offiziell abgeschlossen. Nachdem an zwei pathologischen Instituten unabhängig voneinander keine eindeutige Todesursache festgestellt werden konnte, wurden Proben an Speziallabore in ganz Deutschland übersendet. Auch hier konnte kein Erreger festgestellt werden, der für den plötzlichen Tod verantwortlich gemacht werden kann.

Wir schließen in Absprache mit verschiedenen Nashornexperten daraus, dass mit großer Wahrscheinlichkeit eine Clostridieninfektion für das plötzliche Versterben ursächlich war, erläutert Tierärztin Tina Risch. Mehrere Veröffentlichungen mit ähnlich dramatischem Verlauf zeigen, dass Nashörner hierfür besonders empfänglich sind. Clostridien sind Bakterien, die unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen können, zum Beispiel auch Botulismus und Tetanus. Sie bilden in der Regel Toxine, die nur schwer am lebenden oder toten Tier nachzuweisen sind. Der Erreger kann über das Futter, Wasser oder offene Wunden in den Tierkörper gelangen.

Gerade bei Pflanzenfressern gehören bestimmte Clostridien zur normalen Darmflora und können sich unter gewissen Umständen übermäßig stark vermehren. Da gegen einige Clostridien geimpft werden kann, können wir in Zukunft das Risiko für eine erneute Infektion minimieren, aber nicht ausschließen, indem wir Stella und Lottie dagegen impfen werden, erklärt Tierarzt Dr. Kay Schwecht. Der Zoo blickt positiv in die Zukunft und hofft, dass mit den neuen Nashörnern auch die Besucher wieder gerne und ohne Skepsis in den Zoo kommen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein