Ilmenau: Gerd-Michael Seeber und Horst Brand erhalten Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

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Mit Gerd-Michael Seeber und Horst Brandt erhalten nach Einschätzung des Ilmenauer Oberbürgermeisters Daniel Schultheiß zwei der regional bedeutendsten kommunalpolitischen Persönlichkeiten nach der Wiedervereinigung das Bundesverdienstkreuz. „Beide prägten fast drei Jahrzehnte lang die Entwicklung von Ilmenau und der bis 2018 eigenständigen Stadt Langewiesen maßgeblich. Mit Beharrlichkeit und einem bemerkenswerten Gespür für strategisch richtige Entscheidungen haben Gerd-Michael Seeber und Horst Brandt ihre Kommunen selbst durch wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser souverän gelenkt und stehen als Stadtväter im Wortsinn für den Erfolg von Ilmenau und Langewiesen“, sagte Schultheiß.

Er erinnerte insbesondere an die komplizierte Phase der wirtschaftlichen Neuaufstellung in den Nachwendejahren, als große volkseigene Betriebe abgewickelt wurden. Mit Gerd-Michael Seeber und Horst Brandt an der Spitze wurde gemeinsam mit Stadträtinnen und Stadträten in mehreren Legislaturperioden parteiübergreifend der Boden bereitet für heute prosperierende Gewerbegebiete. Die Technische Universität Ilmenau als Impulsgeber und Motor der Region wussten beide Stadtchefs geschickt für die Entwicklung ihrer Kommunen zu nutzen. Zugleich setzten sie Akzente beim Ausbau der Sport- und Freizeitinfrastruktur, um zusätzliche weiche Standortfaktoren zu schaffen und damit die Lebensqualität für Bürgerinnen und Bürger in Ilmenau und Langewiesen zu erhöhen. Sportanlagen, Bäder oder die Eishalle: Alles, was zwischen 1990 und 2018 entstanden ist, trägt daher neben den begleitenden ehrenamtlichen Gremien immer auch die Handschrift der beiden gestandenen Kommunalpolitiker. „Ich gratuliere Gerd-Michael Seeber und Horst Brandt herzlich zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Diese hohe Auszeichnung ist eine Wertschätzung ihres Lebenswerks“, erklärte Oberbürgermeister Daniel Schultheiß.

Zu den Persönlichkeiten:

Gerd-Michael Seeber

Gerd-Michael Seeber wuchs im heutigen Ilmenauer Ortsteil Oehrenstock auf und ist dort bis heute zu Hause. Nach Beendigung der Schule machte er eine Lehre zum Glasapparatebläser. Danach begann er 1969 Baustoffverfahrenstechnik an der Hochschule für Architektur- und Bauwesen in Weimar zu studieren. 1974 schloss er das Studium als Diplom-Ingenieur ab. Er arbeitete anschließend von 1974 bis 1989 in der technischen Glasindustrie als Sekundärrohstoffbeauftragter und Verantwortlicher für Materialökonomie. In der konstituierenden Stadtverordnetenversammlung am 16. Mai 1990 wurde Gerd-Michael Seeber zum Bürgermeister der Stadt Ilmenau gewählt. Im Zuge der Kreisreform 1994 und dem Erhalt des Status der „Großen kreisangehörigen Stadt“ wurde dann die Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“ eingeführt. In den Jahren 1994, 2000, 2006 und 2012 erfolgte jeweils seine Wiederwahl, bis er im Jahr 2018 altersbedingt aus dem Dienst ausschied. Zu Gerd-Michael Seebers Verdiensten zählen sein persönlicher Einsatz beim Aufbau von Strukturen der Versorgung wie der Stadtwerke Ilmenau, der Ilmenauer Wärmeversorgung, dem Wasser- und Abwasserzweckverband Ilmenau sowie der Etablierung eines Technologie- und Gründerzentrums. Unter seiner Regie wurde das Ilmenauer Stadtbild neugestaltet und wurden Industriebrachen entwickelt. Zu seinen jüngsten Leistungen gehört die Bildung eines zukunftsorientierten starken Mittelzentrums Ilmenau mit knapp 40.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, das durch die Eingemeindung umliegender Orte in einem Prozess auf Augenhöhe entstand. Noch heute begleitet er als Kreistagsmitglied und ehrenamtlicher Beigeordneter der Landrätin des Ilm-Kreises aktiv die Geschicke der Region. Im Jahr 2020 wurde Gerd-Michael Seeber zum Ehrenbürger der Stadt Ilmenau ernannt.

Horst Brandt

Als studiertem Sportlehrer, der zudem über die Qualifikationen zum Führen von Straßenbahnen und als Fahrlehrer verfügte, war das Amt des Bürgermeisters für Horst Brandt zunächst nicht vorgezeichnet. Von Blankenhain aus führte ihn sein beruflicher Weg als Lehrer an die Glasfachschule in Ilmenau und sein privater in den neuen Wohnort Langewiesen. Dort wurde er im Jahr 1990 erstmals zum Bürgermeister gewählt – was er bis zum Erreichen des Ruhestands und zur Eingemeindung nach Ilmenau im Jahr 2018 blieb. Seine ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attestieren ihm Ausdauer und Hartnäckigkeit, wovon nicht zuletzt die heutige Ortsumfahrung von Langewiesen zeugt. Horst Brandt war einer der Vorreiter, was den Bau von Radwegen in der Region anbetrifft. So setzte er sich vehement für eine autofreie Verbindung nach Gehren und später für den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse nach Großbreitenbach ein. Neben seiner Verbundenheit zum Sport lag Horst Brandt aber auch die Kultur am Herzen, wovon die Kunstbänke im heutigen Ortsteil Stadt Langewiesen zeugen. Bei der Übernahme von Anteilen an Thüringens größtem Energiedienstleister TEAG durch die Thüringer Kommunen war Horst Brandt einer der wesentlichen Akteure. Bis zum Jahr 2021 war er außerdem als Mitglied des Kreistages des Ilm-Kreises engagiert. Heute vertritt Horst Brandt als Stadtrat von Ilmenau weiterhin mit Verve die Interessen von Langewiesen.

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