Mit einem ungewöhnlichen Trio bekamen es die Beamten der Polizeiinspektion Gotha am Freitagabend zu tun. Gegen 21:15 Uhr rollten gleich drei Fahrzeuge im Konvoi auf das Gelände der Dienststelle. Kaum hatten die Fahrer ihre Wagen gestoppt und waren ausgestiegen, brach vor den Augen der Ordnungshüter ein lautstarker und hitziger Streit los. Dabei zeigte sich ein Mercedes-Fahrer besonders aggressiv: Er beleidigte und bedrohte einen VW-Fahrer im Beisein der Polizisten unverhohlen. Den Beamten gelang es schließlich, die beiden Streithähne zu trennen und die Hintergründe des kuriosen Vorfalls zu entwirren.
Das Vorspiel auf der Autobahn
Wie die Ermittlungen ergaben, hatte das Drama bereits gut eine Stunde zuvor und viele Kilometer entfernt begonnen. Auf der Autobahn 4 (A4) war es am Kirchheimer Dreieck zu einem ersten Zwischenfall gekommen. Auslöser war auch hier der Mercedes-Fahrer, der dem VW-Fahrer die sogenannte „Scheibenwischer-Geste“ zeigte und ihn damit beleidigte.
Da beide Autofahrer zufällig denselben Weg hatten, setzte sich die gemeinsame Fahrt über die A4 in Richtung Gotha fort – die angespannte Stimmung fuhr dabei offenbar im Cockpit mit. Die Fahrt endete schließlich im geschlossenen Konvoi direkt vor dem Gothaer Polizeirevier.
Alkoholtest bringt Gewissheit
Die Polizisten nahmen den aggressiven Mercedes-Fahrer daraufhin genauer unter die Lupe. Dabei bemerkten die Beamten schnell, dass der Mann offenbar nicht ganz nüchtern am Steuer gesessen hatte. Ein durchgeführter Atemalkoholtest bestätigte den Verdacht und ergab einen Wert von 1,07 Promille.
Für den Mann hatte der nächtliche Ausflug zur Polizei handfeste Konsequenzen: Die Beamten ordneten eine Blutentnahme an und leiteten gleich mehrere Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Er muss sich nun nicht nur wegen Beleidigung und Bedrohung, sondern auch wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten.


