Wer auf Thüringens Autobahnen unterwegs ist, kennt das Dilemma: Der Tank neigt sich dem Ende zu und die nächste Raststätte lockt mit direkter Erreichbarkeit. Doch ein aktueller Preisvergleich des ADAC zeigt deutlich, dass der Komfort an der Autobahn mit einem satten Aufpreis erkauft wird – auch wenn die Differenz in Thüringen etwas geringer ausfällt als im restlichen Bundesgebiet.
Deutliche Ersparnis trotz regionaler Unterschiede
Der ADAC hat in diesem Jahr erstmals eine Vollerhebung aller deutschen Tankstellen durchgeführt. Im Beobachtungszeitraum vom 6. bis 19. April 2026 zeigte sich bundesweit ein signifikanter Preisunterschied zwischen Autobahn- und Straßentankstellen von bis zu 33 Cent pro Liter.
In Thüringen fällt der Aufschlag etwas moderater aus, bleibt aber dennoch empfindlich:
- Super E10: An den 10 thüringischen Autobahntankstellen lag der Durchschnittspreis bei 2,35 Euro, während Autofahrende an den 366 Straßentankstellen im Schnitt nur 2,11 Euro zahlten.
- Diesel: Hier kostete der Liter an der Autobahn durchschnittlich 2,52 Euro, abseits der Fernstraßen waren es 2,29 Euro.
Für Autofahrende bedeutet das konkret: Wer für eine 50-Liter-Tankfüllung die Autobahn verlässt, spart in Thüringen etwa 11 bis 12 Euro.
Warum die Preise in Thüringen anders reagieren
Dass die Preisdifferenz in Thüringen mit 24 Cent (E10) beziehungsweise 23 Cent (Diesel) unter dem Bundesdurchschnitt liegt, hat eine logische Ursache. Während die Autobahntankstellen im Freistaat zu den günstigsten bundesweit zählen, liegen die Preise an den Straßentankstellen etwas über dem westdeutschen Niveau.
Dies ist der unterschiedlichen Marktlogik geschuldet:
- Autobahn: Hier dominieren Faktoren wie hohes Verkehrsaufkommen und die Zahlungsbereitschaft der Reisenden. Auf den extrem stark frequentierten Routen in Süddeutschland sind daher deutlich höhere Preise durchsetzbar als in Thüringen.
- Straßennetz: Hier entscheidet der lokale Wettbewerb. In ländlich geprägten Regionen Thüringens gibt es eine geringere Tankstellendichte. Weniger Konkurrenz führt hier zu etwas höheren Preisen als in den dicht besiedelten Gebieten Westdeutschlands.
Strategisch tanken: Experten-Tipp
Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen, rät daher zu einer strategischen Planung der Tankstopps. „Es lohnt sich immer, die Preise vor dem Tanken an den umliegenden Tankstellen miteinander zu vergleichen“, empfiehlt der Experte. Wer unterwegs nachtanken müsse, sollte die Autobahn verlassen, da sich meist nur wenige Kilometer entfernt eine deutlich günstigere Tankmöglichkeit biete.


