Erfurt: Stadt hat „nicht versagt“ beim Karnevalsumzug

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Bei dem knapp einstündigen Treffen kritisierten Oberbürgermeister Andreas Bausewein und die zuständigen Dezernenten Andreas Horn und Dr. Tobias Knoblich die Karnevalisten scharf. Es sei nicht in Ordnung, dass sie der Stadt die Schuld für die verkürzte Umzugsstrecke und die teuren Sicherheitsauflagen gegeben haben. „Ich finde die Schwarze-Peter-Spiele der Karnevalsvereine nicht fair“, sagte Andreas Bausewein. So sei das GEC-Sicherheitskonzept viel zu spät bei der Stadt abgegeben worden. Nur weil die zuständigen Ämter extrem kurzfristig reagiert hätten, habe der Umzug überhaupt stattfinden können. „Unsere Mitarbeiter ärgern sich sehr darüber, wenn sie hinterher trotz ihres Einsatzes in den Hinter getreten werden“, machte der Oberbürgermeister deutlich klar. Der für Kultur zuständige Dezernent Dr. Tobias Knoblich forderte die Karnevalisten auf, in der Öffentlichkeit gerade zu rücken, dass die Stadt „nicht versagt hat“.

Auch zu den Absperrgittern in den engen Straßen der Altstadt habe es keine Alternative gegeben. Darauf wies Dezernent Andreas Horn hin, der in Erfurt für Sicherheit zuständig ist. Selbst das Konzept des GEC habe keine andere Variante vorgesehen. Auch die große und damit teure Anzahl der Ordner sei darin enthalten gewesen. „Es geht nicht, dass dann von der Stadt erwartet wird, dass sie bei den Ordnerzahlen runtergeht und dann bei einem Unfall die Verantwortung übernimmt“, sagte Horn.

GEC-Präsident Thomas L. Kemmerich erklärte, dass die Umzugsplaner von einem externen Sicherheitsfachmann aus Köln hängen gelassen worden seien. Dieser habe ihnen einen sicheren Umzug ohne Gitter versprochen gehabt. Insofern hätten die GEC-Leute auf Sicherheitskonzepte der Vorjahre zurückgreifen müssen, die Absperrgitter vorsahen. Aus Kostengründen habe man dann selbst beschlossen, die Strecke zu verkürzen. Der Präsident des „Anger Karneval Club“ (AKC), Peter Schowanek, räumte in „punkto Kommunikation Nachholbedarf“ ein. Schowanek: „Das muss zukünftig anders werden.“

Als weiteres Ärgernis sprach Oberbürgermeister Andreas Bausewein einen Vorfall im Karnevalsumzug an. Ein Verein aus Erfurt-Marbach habe die Anwesenden auf der Tribüne mit Begriffen wie „Volksverräter“, „Stümper“ und „Schwätzer“ im Zusammenhang mit dem dortigen Moscheebau beschimpft. „Wir lassen uns im Karneval einiges gefallen, aber wir lassen uns nicht beleidigen“, stellte der Oberbürgermeister klar. Der GEC solle intern klären, damit das in Zukunft nicht wieder vorkomme. Der angesprochene GEC-Präsident Thomas L. Kemmerich distanzierte sich von diesem Vorfall deutlich. „Es tut uns leid. Das findet bei uns keine Billigung. Das verurteilen wir“, sagte er. Der GEC habe die dafür verantwortlichen „Marbacher Burschen“ von künftigen Umzügen ausgeschlossen.

Um den Karnevalsumzug wieder attraktiver zu machen, müsse der Anspruch sein, den Umzug künftig wieder „von Domplatz zu Domplatz“ zu führen, so GEC-Präsident Thomas L. Kemmerich. „Die Stadt muss uns dafür mehr zur Seite stehen“, sagte er. Kemmerich schlug als Kostenbeteiligung einen Euro je Umzugsbesucher vor. „Am liebsten hätten wir die Stadtverwaltung als Veranstalter des Umzugs“, so der GEC-Präsident. Bisher werde der Karnevalsumzug von den 35 Senatoren privat finanziert, ergänzte sein Vize Dr. Matthias Fertig. Oberbürgermeister Andreas Bausewein wies daraufhin, dass die Stadt dieses Jahr 20.000 Euro für die Karnevalsvereine bereitgestellt hatte. „Wir können den Karneval nicht kommunalisieren“, sagte Kultur-Dezernent Dr. Tobias Knoblich ergänzend. Beide Seiten – Stadt und GEC – vereinbarten abschließend, dass sie sich künftig regelmäßig zu Abstimmungen treffen. So sollten die diesjährigen Probleme künftig ausbleiben.

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