Meilenstein für die digitale Finanzinfrastruktur: Helaba tritt europäischem Stablecoin-Konsortium Qivalis bei

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Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) geht einen strategischen Schritt in Richtung Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs: Der Bankenkonzern ist dem europäischen Konsortium Qivalis beigetreten. Ziel dieses Zusammenschlusses ist die Emission eines regulierten, vollständig durch Euro-Guthaben gedeckten Stablecoins. Mit dem Neuzugang der Helaba wächst das Konsortium auf insgesamt 37 Finanzinstitute in 15 europäischen Ländern an.

Gemeinsam bauen die Partner ein paneuropäisches Netzwerk auf, das eurobasierte On-Chain-Zahlungen und -Abwicklungen im großen Maßstab ermöglichen soll. Damit wird der Grundstein für die nächste Generation der digitalen Finanzmarktinfrastruktur in Europa gelegt.

Innovation und europäische Souveränität im Fokus

Für die Helaba ist das Engagement in der Blockchain-Welt kein Neuland. Die Landesbank treibt die Erforschung und Anwendung der Technologie bereits seit geraumer Zeit voran. Thomas Groß, CEO der Helaba, betont die strategische Bedeutung des Beitritts:

„Die Helaba beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Blockchain-Technologie und ihren Anwendungsmöglichkeiten – von digitalen Anleihen über tokenisierte Vermögenswerte bis hin zu neuen Formen der Zahlungsabwicklung. Mit unserem Beitritt zu Qivalis unterstreichen wir unseren Anspruch, innovative Zahlungsverkehrslösungen direkt in die Geschäftsprozesse unserer Kunden zu integrieren und so neue, zukunftsfähige Geschäftsmodelle im Ökosystem Zahlungsverkehr zu erschließen. Gleichzeitig unterstützen wir ausdrücklich das Ziel, europäische Souveränität in der digitalen Finanzinfrastruktur zu stärken.“

Die Vorteile der On-Chain-Lösung für Unternehmen

Qivalis plant die Bereitstellung einer On-Chain-nativen Payment- und Settlement-Lösung in Euro, die über verschiedene Anwendungsbereiche hinweg einsetzbar ist. Die Technologie verspricht erhebliche Effizienzgewinne für die Realwirtschaft:

  • Liquidität in Echtzeit: Unternehmen können Gelder rund um die Uhr ($24/7$) und ohne zeitliche Verzögerung bewegen.
  • Unabhängigkeit im Außenhandel: Europäische Exporteure sind künftig in der Lage, euro-denominierte Stablecoins direkt zu nutzen, wodurch die Abhängigkeit von drittstaatlichen Währungs- und Correspondent-Banken-Netzwerken entfällt.
  • Automatisierung durch Smart Contracts: Programmierbare Zahlungen rationalisieren komplexe Geschäftsprozesse und reduzieren den manuellen Abstimmungsaufwand auf ein Minimum.

Volle Regulierung nach MiCAR-Standard

Ein zentraler Pfeiler des Projekts ist die regulatorische Sicherheit. Das Konsortium strebt an, einen vollständig MiCAR-konformen (Markets in Crypto-Assets Regulation) Stablecoin zu etablieren. Die Aufsicht soll plangemäß durch die niederländische Zentralbank (De Nederlandsche Bank – DNB) erfolgen.

Durch diesen regulatorisch abgesicherten Rahmen wird die europäische Finanzwirtschaft in die Lage versetzt, ihre digitale Infrastruktur eigenständig zu gestalten. Das Konsortium setzt damit ein klares Signal für eine unabhängige und zukunftssichere Gestaltung des europäischen Zahlungsverkehrs sowie der Wertpapierabwicklung.

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