Erfurt: Benediktsplatz wird doch keinen Baum bekommen

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Die Stadt Erfurt plant für 2020 die Um- und Neugestaltung des Benediktsplatzes zwischen Michaelisstraße, Kreuzgasse, Krämerbrücke, Rathausbrücke, Rathausgasse und Fischmarkt. Auch ein Baum sollte gepflanzt werden. Suchschachtungen haben nun ergeben, dass es keinen geeigneten Standort für eine Neupflanzung gibt.

Verschiedene Nutzungen auf engstem Raum prägen den Benediktsplatz. Fußgänger, Radfahrer und Gastronomie beanspruchen am Fuße der Krämerbrücke ebenso Platz wie Lieferverkehr, der für die anliegenden Betriebe existenziell notwendig ist. Auch die notwendigen Rettungswege sowie die Belange einer normgerechten Beleuchtungsanlage stellen Herausforderungen an die Planung.

Dennoch sollte auch Grün den Benediktsplatz bereichern. Im Rahmen der ersten Bürgerversammlung zur Baumaßnahme Benediktsplatz am 12. März  zeigte sich die Stadtverwaltung bemüht, einen passenden Platz für einen Baum zu finden. Es wurden die einzigen beiden potenziellen Baumstandorte vorgestellt, die nach derzeitigem Erkenntnisstand aus der Vorplanung überhaupt die Möglichkeit einer Realisierung versprachen.

Danach wurden Suchschachtungen durchgeführt, die auch die beiden möglichen Standorte für einen Baum unter die Lupe nahmen. Hierbei stellte sich – nicht ganz unerwartet – heraus, dass große Teile des Platzes mit archäologisch wertvollen Mauer- und Fundamentresten der ehemaligen Benediktikirche belegt sind. Für eine Baumpflanzung sind unterirdische Baumgruben mit einem Volumen von mehr als 12m² nötig, um optimale Wuchsbedingungen sicherzustellen. Das würde bedeuten, dass die archäologischen Bodenbefunde bis in eine Tiefe von mindestens 1,75 Meter abgetragen, dauerhaft entfernt und teilweise darunterliegende Restfundamente zertrümmert werden müssten.

„Wir hätten sehr gerne einen Baum gepflanzt und haben alle Möglichkeiten geprüft“, bedauert Alexander Reintjes, Leiter der Tiefbau- und Verkehrsamtes. „Aber leider ist nach Prüfung der aufgetretenen Problempunkte und unter denkmalschutzrechtlichen Gesichtspunkten keine Baumneupflanzung im Rahmen der Neugestaltung des Benediktsplatzes möglich.“

Quelle

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