Uniklinikum Jena: Post-COVID Arbeitsgruppe startet

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Mehr als 126.000 Thüringer haben sich bisher nachweislich mit SARS-COV-2 infiziert – die Höhe der Dunkelziffer ist unbekannt. Auch nach einer scheinbaren Heilung leiden viele von ihnen unter einem so genannten Post-COVID-Syndrom. „Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob die Betroffenen stationär behandelt wurden oder milde Verläufe zu Hause auskurierten“, so Professor Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Zu den typischen Post-COVID-Symptomen zählen ein chronisches Erschöpfungssyndrom (chronische Fatigue), depressive und kognitive Störungen sowie eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Luftnot und Husten oder auch ein gestörter Geruchs- und Geschmackssinn. „Diese Beschwerden können über viele Monate anhalten und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen deutlich“, so Professor Stallmach. Rund 75 Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich durch diese Symptomatik in ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Doch nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche können an einem Post-COVID-Syndrom erkranken. Die Verläufe ähneln sich. Auch Kinder und Jugendliche können durch die Symptome so sehr eingeschränkt sein, dass sie nicht in der Lage sind, am Schulunterricht oder an ihrer Berufsausbildung teilzunehmen.

Diagnose und Behandlung eines Post-COVID-Syndroms erfordern besondere Erfahrung und die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Daher ist am UKJ jetzt eine fächerübergreifende Post-COVID-Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die am Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung („Center for Sepsis Control and Care“, CSCC) angesiedelt ist. Experten der Inneren Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Medizin sowie Vertreter der Kinder- und Jugendmedizin arbeiten hier zusammen.

Das Ziel der Post-COVID-Arbeitsgruppe ist die fachübergreifende Versorgung von Betroffenen, unabhängig vom Lebensalter. Moderne Diagnose und Behandlungskonzepte gehören ebenso zum Konzept wie telemedizinische Therapien. Um möglichst schnell durch verbreitertes Wissen über das Post-COVID-Syndrom zu einer verbesserten Patientenversorgung beizutragen, werden die Daten der teilnehmenden Patientinnen und Patienten in einem Register erfasst.

Quelle

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